Auf Spaziergang mit einem Alpaca

Was läuft denn da durch den Park ?

AUF DAS Rufen von Ulrike Monzel reagiert Chicita.

Bremen - „Wer weiß, in wie vielen Bremer Fotoalben schon ein Bild von mir und Chicita zu finden ist“, sagt Ulrike Monzel mit einem Lächeln. Fast jedes Mal werde sie angesprochen oder fotografiert, wenn sie mit der  Stute an der Leine durch den Bremer Bürgerpark läuft.

Richtig, mit der Stute. Schließlich sind die beiden auch deshalb ein Hingucker, weil es sich bei Chicita nicht um einen Hund handelt, sondern um ein Lama – ein Alpaca, um genau zu sein. Und das mitten in Bremen.

Ulrike Monzel hat seit Herbst vergangenen Jahres die Patenschaft für die Stute aus dem Tiergehege im Bürgerpark übernommen und ist regelmäßig mit ihr beim Spaziergang durch den Park anzutreffen. Und ganz so alltäglich wie das Gassigehen mit einem Hund ist es für sie auch nicht. „Die Tiere sind sehr sensibel“, hat die Bremerin gelernt. Auf alles, das laut ist oder ihnen fremd, würden sie außerhalb ihres Geheges mit Angst reagieren. „Und auch wenn sie nicht die Größe eines Lamas haben – laufen sie einmal los, bringen auch die Alpacas jede Menge Kraft mit“, erklärt Ulrike Monzel. Da sei ständige Aufmerksamkeit gefragt.

NUR FÜR das Foto nimmt Ulrike Monzel Stute und Fohlen an die Hand – normalerweise ist sie nur mit Chicita unterwegs.

„Vor allem den Kopf von Chicita habe ich immer im Blick“, verrät sie. Schließlich – so ist es von Lamas bekannt – neigen sie zum Spucken. „Und das vor allem, wenn ihnen etwas nicht gefällt“, sagt die Alpaca-Patin. Passanten, die ihr im Park begegnen, versucht sie deswegen immer auf Distanz zu halten. „Viele möchten Chicita selbstverständlich streicheln – vor allem, wenn sie ihr langes, flauschiges Winterfell trägt“, erklärt sie. Doch das würde das sensible Tier viel zu sehr aufregen. Sie selbst habe etwa drei Wochen gebraucht, bevor sie das Alpaca zum ersten Mal streicheln durfte. „Vorher war es das höchste aller Gefühle, nur das Halfter über den Kopf zu ziehen“, sagt Ulrike Monzel.

Ein Mal pro Woche ist sie meist mit „ihrer“ Chicita unterwegs – bis vor Kurzem kamen auch noch ein Tierpfleger oder Freunde von Ulrike Monzel mit, um zusätzlich Fohlen Chico auszuführen. Doch das ist nun verkauft, Chicita ist erneut tragend. „Vielleicht findet sich noch jemand, der mich begleitet und Alpaca-Hengst Carlos spazieren führt“, sagt Ulrike Monzel. Denn mit den Spaziergängen soll die Bewegung für die Tiere gewährleistet werden. Daher sind es auch sie, die meist das Tempo bei der Runde durch den Park vorgeben. „Manchmal sind sie voller Elan, dann wird es für mich zu einer Walking-Runde“, erzählt die Alpaca-Freundin. An anderen Tagen sei für die Tiere das saftige Gras viel interessanter als eine schnelle Runde, und an wieder anderen Tagen gebe es hier und da Probleme, an gewissen Punkten vorbei zu kommen. „Manchmal ist einfach Geduld gefragt“, weiß Ulrike Monzel. Da helfe nur gutes Zureden – und selbstverständlich „Bestechung“ in Form von Möhren. „Die habe ich immer im Gepäck“, betont die Tierfreundin.

Das Tiergehege im Bürgerpark übte schon während ihrer Kindheit eine große Anziehungskraft auf Ulrike Monzel aus. „Besonders die Dromedare habe ich damals geliebt“, sagt sie. Und einige Male half sie auch, wenn es darum ging, mit den Ponys Reiten für andere Kinder anzubieten. So kam sie im vergangenen Jahr auch mit dem jetzigen Tierpfleger Christian Panhorst ins Gespräch. Freudig erzählte sie davon, wie das Gehege früher ausgesehen hat und wo die verschiedenen Tiere ihren Platz hatten. Panhorst hörte gespannt zu. „Schließlich kennt er das alles nur aus heutiger Sicht“, sagt Ulrike Monzel. Da es für die Esel im Tiergehege ohnehin schon Paten gab, die regelmäßig mit ihnen spazieren gingen, kamen die beiden dann auf die Idee, die Bremerin könne es einmal mit den Lamas versuchen. Bei den ersten Gängen war Panhorst noch dabei, doch schnell zeigte sich, dass sie ein Händchen für die sensiblen Tiere hat.

So nähert sie sich auch an diesem Tag nur vorsichtig der Stute. Mit leiser, hoher Stimme ruft sie immer wieder ihren Namen. „Ich war lange im Urlaub, jetzt fremdelt sie etwas“, erklärt Ulrike Monzel. Doch auch das gibt sich schnell. Letztlich kommt Chicita ihr doch entgegen gelaufen. „Hat man einmal das Vertrauen der Alpacas, ist man auch ihr Freund“, sagt die Patin. . .

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