Nordländer gründen neue Gesellschaft

Länderzentrum für Platt ab Januar 2018

Das Institut für Niederdeutsche Sprache im Schnoor. - Foto: kuz
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Das Institut für Niederdeutsche Sprache im Schnoor.

Bremen - Langsam wird’s: Zum 1. Januar 2018 soll es in Bremen ein Länderzentrum für Niederdeutsch geben – als gemeinnützige Gesellschaft. Wie berichtet, soll dies dann das bisherige Institut für Niederdeutsche Sprache im Schnoor ablösen.

Die Nordländer wollen die Förderung der niederdeutschen Sprache auf stabile Füße stellen, das ist bereits seit Monaten bekannt. Dafür haben Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen nun zum 1. Januar 2018 ein Länderzentrum für Niederdeutsch als gemeinsame Gesellschaft gegründet, wie es gestern aus der Hamburger Kulturbehörde hieß. Der Sitz wird in Bremen sein.

Hier befindet sich seit vielen Jahren das Institut für Niederdeutsche Sprache (INS), das es dann in seiner jetzigen Form nicht mehr geben wird. Der Bremer Senat hatte der Gründung Ende August zugestimmt. Wie berichtet, hatten die Finanzierungsländer Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg ein seit 1979 bestehendes Förderabkommen für das INS, ein Verein, zum 31.  Dezember gekündigt. 

Damit fallen dem Institut ab 2018 jährlich Zuschüsse von insgesamt 271.000 Euro weg. Im Mai hatte es für das INS die Kündigung gegeben, die Länder wollten „neue Wege gehen“, wie es hieß. Angeführt wurden als Begründung ein rasanter demografischer Wandel, eine sich immer schneller verändernde Mediengesellschaft und unterschiedliche regionale Besonderheiten.

Jahresetats durch Fördermittel zu bestreiten

Die Fördermittel bilden den Großteil des Jahresetats. Das restliche Geld reiche nicht einmal für eine Stelle, so das Institut. Laut Kulturressort kann das INS für seine Arbeit projektbezogene Zuschüsse beantragen. Damit lasse sich die bisher geleistete Arbeit nicht aufrechterhalten, hieß es aus dem INS, das auch zwei der fünf Sprecher bei den plattdeutschen Nachrichten auf Radio Bremen stellt.

Von Bremen aus soll aber auch in Zukunft der Schutz, der Erhalt und die Weiterentwicklung der niederdeutschen Sprache länderübergreifend koordiniert betrieben werden. Dafür sollen Verbände, Ehrenamtliche und wissenschaftliche Institutionen eng eingebunden werden, so die Angaben am Freitag. „Ich bin erfreut, dass die niederdeutsche Sprache durch das neue Länderzentrum positive Impulse erfahren wird und die vier Nordländer weiterhin einen gemeinsamen Weg zur Förderung des Niederdeutschen beschreiten“, sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD).

Die Nordländer leisten die Förderung der niederdeutschen Sprache auf Basis der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Das Länderzentrum soll sich ins öffentliche Leben einbringen sowie zeitgemäße Formate zur Vermittlung des Niederdeutschen entwickeln. Alle vier Länder halten dieselben Anteile und nehmen ihre Verantwortung in einem Aufsichtsrat gleichberechtigt wahr. Die Kosten werden wie folgt aufgeteilt: Bremen zahlt 80 000 Euro im Jahr, Niedersachsen 117.000 Euro, Schleswig-Holstein 42 000 Euro und Hamburg 32.000 Euro.

dpa/gn

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