„Theater Theater“ nimmt eigenen Berufsstand auf die Schippe

Lacher im Minutentakt

Brenner (Jens Asche, v.l.) versucht die Handlung zu retten, Karin (Heidi Jürgens) bekommt kein Stichwort, Regisseur Wagner (Gregor von Holdt) blickt durch den Vorhang, Zuschauer Schmidt (Thomas Ziesch) hat das Ruder übernommen. - Foto: Theaterschiff

Bremen - Von Martin Kowalewski. Es klappt nicht viel bei der Hauptprobe: Regisseur Frank Wagner (Gregor von Holdt) liegen bei der Inszenierung eines Kriminalstückes die Nerven blank, während die Schauspieler Karin (Heidi Jürgens), Darstellerin einer Witwe, und Brenner (Jens Asche), Darsteller des Mörders, der sich aber als Inspektor ausgibt, noch mit dem Verständnis des Stückes ringen. Karin erwacht nur dann aus ihrer dekorativen Anwesenheit, wenn sie durch ihre exakten Stichworte in Gang gesetzt wird. Der selbsternannte „Vollprofi“ Brenner ist mit seinen kritisch-forschenden Blicken irgendwo, aber nicht bei den Dingen, die für seinen Text wichtig sind. Das Selbstbewusstsein und das Pathos der Darsteller der beiden Schauspieldiven sind so groß wie der Probenverlauf verheerend ist.

Mit der Komödie „Theater Theater“ von Tom Müller und Sabine Misiorny bringt das Packhaustheater einen von Regisseur Karsten Engelhard inszenierten Klamauk über das Theaterleben auf die Bühne. Bei der Premiere am Donnerstagabend lachten die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute.

Zur blanken Katastrophe wird für Karin, Wagner und Brenner auch die öffentliche Generalprobe, bei der zwei bedeutende Theateragenten im Publikum sitzen. Regisseur Wagner muss sich ganz schön verrenken, um bei der Begrüßung des Publikums in den Lichtkegel der Scheinwerfer zu kommen. Er muss dem Publikum zudem beichten, dass der Ersatz für eine tragende Rolle noch nicht da ist. Der verspätet eintreffende Zuschauer Schmidt (Thomas Ziesch) wird für diesen gehalten und zügig auf die Bühne entführt.

Nun ist die Handlung kaum noch zu retten. Mühselig muss Brenner Schmidt die passenden Stichwörter für Karin in den Mund legen. Schmidt dagegen mimt ein wenig den Detektiv und verhält sich ein bisschen wie in einer Rate-Show. Dennoch ist die Aufklärung schließlich erfolgreich, allerdings nicht in dem Kriminalstück. Vielmehr kommt ans Tageslicht, dass der mit Karin liierte Wagner fremdgeht.

Der Applaus hält nach der lustigen Vorstellung lang an. Geschäftsführer Knut Schakinnis wollte unbedingt mal ein Stück auf der Bühne, dass sich um die Welt des Theaters dreht. Gerne hätte er auch die Komödie „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn ausgewählt. „Das Stück wäre aber für das Packhaustheater zu groß gewesen. Wir hätten eine Drehbühne gebraucht“, sagt Schakinnis. „Aber ,Theater Theater‘ ist eigentlich auch typisch englisch.“ Die Komödie habe durchaus einige Déjà-vus bei ihm ausgelöst. „In dem Stück ist das natürlich vollkommen übertrieben. Aber ich habe vieles schon erlebt, allerdings weitaus schwächer“, sagt Schakinnis.

„Theater Theater“ läuft zunächst bis zum 26. November im Packhaustheater im Schnoor (Wüstestätte 11). Tickets gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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