Im Labyrinth der Lügen

Wer bleibt bis zum Frühstück?“ feiert Premiere im „Fritz-Theater“

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„Wer bleibt zum Frühstück?“ mit Lena Wischhusen (v.l.), Sarah Fleige, Inga Jamry, Torsten Ankert und Martin Rönnebeck läuft bis März 2018 im „Fritz“-Theater am Herdentorsteinweg.

Bremen - Von Steffen Koller. Lüge hier, eine Lüge dort – und fertig ist das Chaos. Die Boulevard-Komödie „Wer bleibt bis zum Frühstück?“ feierte am Donnerstagabend im „Fritz-Theater“ umjubelte Premiere.

Rasante Wortgefechte und eine Flut von Texten prallen auf fünf Charaktere, die ein ganz falsches Spiel spielen. Wäre das Stück nicht so sehr überdreht und an manchen Stellen zu berechenbar, es würde richtig Spaß machen.

Es sollte doch einfach nur ein entspanntes Wochenende werden. Sollte. Pustekuchen. Nichts bleibt entspannt, alles läuft aus dem Ruder. Und mit „alles“, ist tatsächlich auch alles gemeint. Stefan (Martin Rönnebeck), von seiner Frau Jacqueline (Lena Wischhusen) gerne mal „Bärli“ oder „schwabbeliges Riesenbaby“ genannt, hatte es sich so schön erträumt. Seine Frau, die „Mausi Maus“ fährt zur Schwiegermutter, er feiert den Geburtstag seiner Affäre Susanna (Sarah Fleige) und als Alibi schiebt er seinen besten Freund und Trauzeugen Robert (Torsten Ankert) vor. Doch wie das häufig mit guten Plänen ist, sie werden durchkreuzt. Nicht nur von einer Seite. Nein, gefühlt sind es mehrere Dutzend potenzielle Störquellen, die diesen einen Abend zu einem wahren Horror werden lassen. Und zwar für alle.

Rasante Boulevard-Komödie

Denn: Jacqueline fährt nicht zur Mutter. Grippe. Pustekuchen. Und Robert ist nicht nur der beste Freund von Stefan, sondern hat seinerseits hochgeschätzte Liebhaberqualitäten. Das nun gerade Jacqueline in jüngster Vergangenheit in den Genuss seiner „Qualitäten“ gekommen war, soll einer ganz sicher nicht wissen: Stefan. Und was ist nun mit Susanna? Und was macht eigentlich die Köchin (Inga Jamry), die zum romantischen Wochenende gebucht wurde?

Die Boulevard-Komödie nach Marc Camoletti, überarbeitet von Michael Niavarani und Christopher Kotoucek, ist in erster Linie rasant, eine unglaubliche Flut von Worthülsen, Halbsätzen, Geschrienem und Gebrülltem prasselt auf die Zuschauer ein. 165 Seiten Text, 13 Tage Probezeit. Laut ist es, zuweilen bizarr und leider an manchen Stellen zu affektiert. Klar, Boulevard soll nicht tiefgründig sein, soll nicht zum Nachdenken anregen und auch keine großen gesellschaftlichen Diskurse ankurbeln. Boulevard ist einfach und befasst sich eben mit solchen „Beziehungsdramen“. Doch oft wiederholen sich Dialoge, die Geschichte ist einfach auszurechnen und bietet letztlich keinen wirklichen „Aha“-Effekt. Leider.

Der Inhalt ist gut. Verworren, verzwickt und ein Stück Wahrheit wird auch drin stecken. Zieht man den abschließenden Applaus des Publikums als Gradmesser für die Qualität des Stücks zu Rate, bleibt ein geteiltes Echo zurück. Stehende Ovationen treffen auf überstürzt aufbrechende Menschen.

„Wer bleibt bis zum Frühstück?“ läuft noch bis März 2018. Die nächsten Vorstellungen sind am 29. und 30.  September jeweils um 20   Uhr. Die für22. und 23. September sowie 1. Oktober geplanten Vorstellungen fallen aus. Bereits gekaufte Eintrittskarten können jederzeit gegen einen anderen Termin getauscht werden, heißt es. Karten für alle Vorstellungen gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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