Olbers-Planetarium zeigt Monumentales und Kindgerechtes

Kurztrip in kosmische Weiten

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Andreas Vogel wartet den Hauptprojektor im Olbers-Planetarium. Das an einen Roboter erinnernde Gerät stellt den Himmel über Bremen mit 3 000 Sternen dar. Es kann sich drehen und vielseitig bewegen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Kosmische Katastrophen“, ein monumentales Thema im Olbers-Planetarium in der Hochschule für Nautik. Mit ihm besucht unsere Serie „Sommermomente“ einen Ort, der lebendige Eindrücke aus unerreichbaren Fernen vermittelt.

„Ist es wirklich so gefährlich? Brauchen wir Bruce Willis, der Asteroiden sprengt? Ich hoffe, Sie beruhigt entlassen zu können“, sagt Leiter Andreas Vogel. Eine Katastrophe sei allerdings sicher. In etwa 4,5 Milliarden Jahren werde die Sonne zu einem Roten Riesen anschwellen und möglicherweise die Erde schlucken. Schon vorher werde es merklich wärmer. Vogel zeigt eine tropische Landschaft mit Palmen und einem Kreuzfahrtschiff im Hintergrund. 

„Das ist die Nordseeküste in 500 Millionen Jahren“, sagt er. Eigentlich eine nette Aussicht. Noch ein paar Millionen Jahre später gibt es sogar Palmen in Skandinavien. Doch irgendwann schmelzen die Pole, die Meere kochen und verdampfen. 

Die Erde wird in ein bis drei Milliarden Jahren ihre Atmosphäre verlieren. Sollte sie Erde danach noch die zu einem weißen Zwerg geschrumpfte Sonne umkreisen, bietet dieser Ort immer noch einen Vorteil: einen phantastischen Blick auf den Sternenhimmel, so Sandra Vogel, die nun die Moderation übernimmt und erstmal eine kleine Einführung in Sachen Sternenbilder macht.

3000 Sterne in der Kuppel

In der Kuppel erscheint ein Sternenhimmel so klar, wie man ihn in Bremen kaum sieht. 3 000 Sterne schafft der Projektor. Schnell ist der Große Wagen gefunden, der aber kein offizielles Sternbild sei. „Die Franzosen sehen darin einen Topf“, sagt Sandra Vogel. „Der Große Wagen ist Teil des Sternbilds des Großen Bären. Der Wagen ist dann der Po.“ Doch in den Bären kann man auch anderes hineinsehen. „Für mich sieht er aus wie eine Ratte“, scherzt Sandra Vogel.

Ein Blick nach Norden. Hier findet sich der Kleine Wagen, der Teil des Kleinen Bären ist. Dicht und milchig erstreckt sich das Band der Milchstraße über den Himmel. Als kleiner Fleck ist der Orion zu sehen. „Mit dem Fernglas kann man erkennen, es ist eine Wolke. Da werden heute noch Sterne geboren“, sagt Sandra Vogel.

Dann kommt nochmal ein Thema mit Gefahrenpotenzial: Meteoriten. Andreas Vogel zeigt ein Bild von einem beschädigten Auto. Vorne rechts ein großes Loch, entstanden durch einen Meteoriten. Ein 600 Kilo schwerer Meteorit sorgte 2013 nahe der russischen Stadt Tscheljabinsk für beeindruckende Bilder und viele kaputte Fensterscheiben. Vogel hat ein Stückchen von dem Meteoriten da. Auf dem Stein ist eine schwarze Schmelzkruste zu sehen.

Großer Brocken löschte Dinosaurier aus

Ein zehn Kilometer großer Brocken führte vor 65 Millionen Jahren zum Aussterben der Dinosaurier. „Er hatte die Kraft von 10 000 Atombomben“, sagt er. Solche Kaliber träfen aber nur alle 100 Millionen Jahre die Erde. Die nächsten Jahrtausende sind ruhig. Vogel nennt einige Abwehrmaßnahmen: „Man kann versuchen, den Meteoriten einzufangen oder mit Kernwaffen zu sprengen. Bei großer Entfernung reicht ein kleiner Schubs, um die Flugbahn zu ändern.“ Auch weiße Farbe auf einer Seite helfe, dann ändere die Sonneneinstrahlung die Flugbahn.

„Der aktuelle Sternenhimmel“ ist der Klassiker im Programm des Olbers-Planetariums, jeweils freitags um 19.30 Uhr. „Das kann man abends selber nachvollziehen“, sagt Andreas Vogel. Morgen, Freitag, sowie am Freitag, 11. August, gibt es Beobachtungstipps für den Sternschnuppenmonat August.

Wer die Sterne mit etwas Ironie entdecken möchte, ist mit den Late-Night-Shows freitags und sonnabends um 21 Uhr gut bedient. Ein Thema ist, wie steht es mit der Null-Promille-Grenze im Weltraum, sagt Andreas Vogel. „Im Weltraum gibt es Molekülwolken mit mehr Alkohol, als alle Brennereien auf der Erde liefern könnten“, erzählt Vogel weiter. Bei den Kinderprogrammen im Planetarium wird die Astronomie meist mit einem kleinen Märchen verknüpft.

Infos: Olbers-Planetarium, Werderstraße 73, Neustadt

www.planetarium.hs-bremen.de

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