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Mieter gesucht: Diese Wohnung in Bremen ist außergewöhnlich

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Auf dem angespannten Wohnungsmarkt der Stadt Bremen gibt es für Suchende ein ungewöhnliches Angebot – ein Freizeitpark sucht Mieter.

Bremen – Es klingt wie aus einem Kindheitstraum: Wohnen im Freizeitpark. In Bremen könnte das jetzt möglich werden. Der Fotograf und Künstler Phil Porter, sucht für einen Indoor-Freizeitpark in einem beliebten Viertel der Hansestadt neue Mieter. In Bremen, wo mittlerweile Warnstufe vier gilt, könnte es in Anbetracht der hohen Inzidenzen glatt attraktiv erscheinen, sich in einem Freizeitpark zu isolieren.

Name:Phil Porter
Beruf:Künstler, Fotograf
Wohnort:Bremen

Bremer Freizeitpark: Leben wie in einem Pariser Hotel der 20er-Jahre

„Salon Obscura“, so lautet der Name des Bremer Indoor-Freizeitparks, den bisher noch Phil Porter mietet, ein Bremer Fotograf und Künstler. Obskur dürfte der Gedanke sich häuslich in einem Freizeitpark einzurichten für die meisten Menschen ebenfalls sein. Für diejenigen, denen der Gedanke romantisch erscheint, gibt es dazu jetzt die Option in einem Freizeitpark, der wie ein Pariser Hotel der 20er-Jahre gestaltet ist. Ein interessanter Zufluchtsort, bei einer Inzidenz in Bremen von weit über 1000. Auch in Niedersachsen war die Inzidenz zuletzt deutlich gestiegen.

Der aktuelle Mieter Phil Porter hat den Park selbst aufgebaut. Er gibt gegenüber der dpa zu, der Park sei als Mietobjekt „sehr speziell“, trotzdem berichtet Porter von ersten Interessenten, denen er die Immobilie gezeigt haben will. Der Künstler hatte die Immobilie bisher selbst jahrelang als Fotostudio und Irrgarten betrieben, jetzt ist Schluss – Porter sucht ein neues Projekt. Sieben Jahre lang hatte der Künstler das Objekt mitaufgebaut, entsprechend schwer, fällt ihm jetzt der Abschied. Mit dem Projekt habe er sich einen Kindheitstraum erfüllt, so Porter. Diesen können nun neue Mieter weiterleben.

Bremer Freizeitpark könnte auch ein Café werden – den „Salon Obscura“ zu bewohnen ist nur eine Option

Der „Salon Obscura“ bietet einiges an Fläche für Wohnexperimente, genau genommen 167 Quadratmeter. Doch die Miete der Räumlichkeit ist nicht zwingend an die private Nutzung gekoppelt: Es ist auch möglich, aus ihm einen Escape-Room, ein Café oder eine Event-Location zu machen, so der Künstler. Sollte sich allerdings für den privaten Gebrauch entschieden werden, ist alles vorhanden, was eine Wohnung braucht.

Der „Salon Obscura“ des Bremer Künstlers und Fotografen Phil Porter: Für den Freizeitpark werden neue Mieter gesucht.
Der „Salon Obscura“ des Bremer Künstlers und Fotografen Phil Porter: Für den Freizeitpark werden neue Mieter gesucht. © Sina Schuldt/dpa

Laut Vermieter Andreas Knigge gibt es in dem Freizeitpark eine Küche und ein Badezimmer ebenso wie ein Schlafzimmer. Wem das nicht reicht, der kann sich in ein ebenso vorhandenes Spiegelkabinett begeben. Alternativ stehen ein Labyrinth und eine „Fahrstuhlsimulation inklusive Absturz“ bereit – eher eine Seltenheit, in durchschnittlichen Bremer Mietobjekten.

Auch für den Salon-Obscura hatten die entsprechenden Corona-Regeln gegolten, unter anderem die Registrierung des Aufenthalts an einem Ort zur Verfolgung von Kontakten, beispielsweise über die Luca-App. Das Land Bremen steigt nun aus der Luca-App aus, es sieht „keinen großen Mehrwert“ für die Kontaktverfolgung.

Der Abschied aus dem Freizeitpark fällt dem Bremer Künstler Porter schwer

Für den Künstler ist sein altes Projekt eine Herzensangelegenheit. Er hofft in Bremen Nachmieter zu finden, die die von ihm in aufwendiger Kleinstarbeit gestaltete Kulisse übernehmen wollen. Requisiten, Mobiliar und Antiquitäten sind nicht inklusive, können aber bei Bedarf bei einer Auktion im März gekauft werden. Wer auch immer die Immobilie übernimmt: Porter sagt, er wünsche sich, dass in Zukunft auch andere Leute Kind seien können. Schon seine Eltern hatten früher ein Hotel in Ritterhude besessen, vielleicht auch deshalb ist das Objekt einem Pariser Hotel der 20er-Jahre nachempfunden, gestaltet mit Liebe zum Detail.

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Wie Porter dem Weser Kurier sagte, habe alleine die Vorbereitung für den Salon-Obscura ein Jahr in Anspruch genommen. Es steckt viel Arbeit in der Räumlichkeit. Diejenigen, die nicht überzeugt sind von der Ausstattung des Mietobjekts, lassen sich indes möglicherweise durch die Lage der Immobilie überzeugen: Sie liegt inmitten des beliebten und belebten Bremer Viertels. Wer nun einen Besichtigungstermin vereinbaren möchte, sollte in Anbetracht des ungewöhnlichen Angebots vor allem eines mitbringen: Zeit, denn es gibt einiges zu sehen.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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