Kunsthandwerk und Strandgut

Weihnachtsmarkt und „Schlachte-Zauber“ in Bremen eröffnet

Jutta Schön aus Syke bietet auf dem Marktplatz handgefertigten Adventsschmuck an. Die Sykerin ist zum 38. Mal auf dem Bremer Weihnachtsmarkt vertreten. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Seit Montag hat der Bremer Weihnachtsmarkt geöffnet. Wir haben uns besondere Stände mit Kunsthandwerk angeschaut.

„Attraktiver“ sei der Bremer Weihnachtsmarkt in den vergangenen Jahren geworden, sagt Jutta Schön aus Syke. Viel attraktiver. „Früher gab es hier viel weniger Kunsthandwerk.“ Jutta Schön weiß genau, wovon sie spricht. Schließlich ist die Sykerin zum 38. Mal dabei. Auf dem Marktplatz bietet sie Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge und aus Süddeutschland an – Kunsthandwerk in Reinkultur.

„Alles Handarbeit, alles aus Deutschland“, sagt sie. Und blickt wieder hinaus auf das beginnende Markttreiben. „Sehr gemütlich“ sei er ja auch, der Bremer Weihnachtsmarkt. Und: „Kuschelig, weil es so eng ist.“

187 Aussteller sind auf dem Marktplatz

Es glitzert und funkelt – Lara Schneider von „Väterchen Frost“ mit Glas, Acryl und Kristall auf dem Liebfrauenkirchhof. - Foto: Kuzaj

Das wissen viele Menschen zu schätzen, schließlich zählt das Doppel aus Weihnachtsmarkt und „Schlachte-Zauber“ zu den Highlights im touristischen Jahreskalender der Hansestadt. 187 Aussteller sind auf und rund um den Marktplatz zu finden, in historischer Kulisse mitsamt Welterbe (Rathaus und Roland). Weitere 100 bilden das historisierende „Freibeuterdorf“ und das direkt angrenzende „Hüttendorf“ an der Schlachte – in maritimer Kulisse, in diesem Jahr erstmals auch mit der „Alex“. Die Organisatoren von Stadtamt und Großmarkt erwarten bis zum 23. Dezember mehr als drei Millionen Besucher auf den beiden Märkten.

Figurenbauerin Olga Owens aus Asendorf auf dem „Schlachte-Zauber“. Ihr bevorzugtes Material: Strandgut. - Foto: Kuzaj

Feierstunde im Dom, lautstarkes Historienspektakel und Feuerwerk an der Schlachte – damit wurden die Märkte am Montag zur Dämmerstunde eröffnet. Dämmerstunde? Kerzenschein kommt hinzu. Vor allem aber elektrisches Licht in allen denkbaren Farben, gerne auch als Blinklicht. An der Schlachte gibt es zudem einmal mehr die blaue Beleuchtung, die den gesamten Boulevard in eine eisige, aber zugleich anheimelnde Stimmung taucht. Figurenbauerin Olga Owens gehört zu jenen, die im „Freibeuterdorf“ ihre Stände aufgebaut haben. Sie stammt aus Asendorf. „50 Seemeilen von hier entfernt“, wie sie in Betonung des maritimen Charakters dieses Marktes sagt. Ihre Phantasiefiguren hat sie „aus Strandgut“ gefertigt – angetrieben und gefunden natürlich nicht in Asendorf, sondern noch allerlei Seemeilen weiter entfernt. An den Stränden von Elba, an den Stränden Portugals. Und zuweilen noch ganz woanders, denn: „Stammkunden bringen mir auch was vorbei“, sagt Olga Owens.

Der Bremer Weihnachtsmarkt ist eröffnet

Und so kommt langsam Weihnachtsstimmung auf – auch bei ziemlich milden Temperaturen um 17 Grad. Keine Weihnachtsromantik verbreitet die Bremer Polizei, aber das ist ja auch nicht ihre Aufgabe. Zu ihren Aufgaben zählt stattdessen die Prävention, das Warnen und Verhindern. Auch die Beamten haben das Gemütliche, das Enge der Bremer Adventsmärkte im Blick. Denn „professionell agierende Taschendiebe“ würden das Enge, das Gedränge ausnutzen, so Polizeisprecherin Anja Eckhardt. Sie warnt „vor Tätergruppen, die sich unter die Besucher mischen und versuchen, blitzschnell Rucksäcke und Handtaschen zu öffnen oder Geldbörsen aus Gesäßtaschen zu ziehen“.

Die Polizei zeigt auf beiden Märkten Präsenz – zivil und uniformiert. Stadtamt und Großmarkt setzen in diesem Jahr zudem auch private Sicherheitsdienste ein.

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