Glas, Keramik, Gold und einiges mehr

Kunsthandwerk „im Grünen“

„Ins Grüne“ zieht es Kunsthandwerker aus Bremen und dem Umland. Am Sonnabend stellen sie im Park des Hauses Riensberg auf dem Areal des Focke-Museums aus. - Foto: Meyendriesch/Invo

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ganz ohne Risiko ist es ja nicht. Aber die Kunsthandwerker aus Bremen und Umgebung wollen es trotzdem wagen und gehen ins Freie. Ins Grüne, um genau zu sein. „Ins Grüne“ heißt sie denn auch, die traditionelle Jahresausstellung des Verbands „Angewandte Kunst Bremen“(AKB) im Park rund um das Haus Riensberg des Focke-Museums (Schwachhauser Heerstraße 240).

Alle Beteiligten hoffen natürlich, dort nicht im Regen zu stehen am Sonnabend, 17. September. In der Zeit von 11 bis 19 Uhr präsentieren die Künstler dann ihre Produkte, Ideen und Unikate. Es ist die bereits 20. Jahresausstellung der AKB-Mitglieder. Der Eintritt dazu ist frei.

Mal ist die Jahrespräsentation (wettersicher) in der Unteren Rathaushalle zu sehen gewesen, mal in der Villa Sponte (Osterdeich), mal im Wilhelm-Wagenfeld-Haus. Alle zwei Jahre aber ist sie im Freien, im Grünen eben. „Aus den unterschiedlichsten Gewerken kommend, schaffen die Künstler mit ihren Materialien Glas, Holz, Gold, Papier, Ton, Eisen, Wolle, Silber, Stein, Stoff, Porzellan und Seide Arbeiten, die sich mit der Farbe Grün, mit dem Thema ,Draußen sein‘, mit Themen wie Garten, Pflanzen oder Wetter auseinandersetze“, so ein AKB-Sprecher.

Im Park am Focke-Museum treten die Kunsthandwerker in gewissermaßen vertrauter Umgebung auf, gehört die Angewandte Kunst doch zu den Schwerpunkten des Bremer Landesmuseums. Im Freien enstehe nun ein „Ausstellungsraum der besonderen Art“, so eine Museumssprecherin. Neben AKB-Mitgliedern sind am Sonnabend auch 14 Gäste – ebenfalls aus Bremen und dem Umland – mit von der Partie.

Neben der Open-Air-Ausstellung gibt es ein Bühnenprogramm, in dessen Rahmen Künstler und Ateliers sich vorstellen. Unter den AKB-Mitgliedern gebe es „einige Musiker und Schauspieler, die an diesem Tag zeigen, was sie auch noch können“, so der AKB-Sprecher weiter. Auch für Speis und Trank wird gesorgt, sagen die Organisatoren.

Mehr Geschichten und Objekte von Frauen

Im Focke-Museum selbst laufen derweil – wie berichtet – die Vorbereitungen für die neue Sonderausstellung „Oh Yeah!“ über Popmusik in Deutschland. Sie beginnt am 30. September. Die Museumsmitarbeiter beschäftigt aber auch noch die jüngst beendete Schau „Bremer Frauen-Geschichten“. Die nämlich hat nicht allein etliche Besucher angezogen, sondern auch dazu beigetragen, den Museumsbestand zu erweitern – wie die Sprecherin bilanziert. Die Besucher waren aufgerufen worden, auf „ihres Erachtens noch fehlende Frauen-Geschichten“ aufmerksam zu machen. Die Sprecherin: „Die Resonanz war groß und sehr erfreulich. Neben Informationen erhielt das Museum auch neue Objekte, die vom Leben und den Leistungen Einzelner erzählen.“

So kam nun beispielweise die „Marie-Juchacz-Plakette“, die Charlotte Niehaus (1882 bis 1975) für ihre 40-jährige Tätigkeit bei der Arbeiterwohlfahrt 1969 verliehen bekam, in die Sammlung des Hauses. Die einstige SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Niehaus engagierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Wohlfahrtspflege. Ihr Parteiabzeichen gelangte ebenfalls als Geschenk ins Museum – es befand sich neben der Plakette im Etui.

Bei viel Regen fällt die Veranstaltung „Ins Grüne“ ins Wasser. Info-Telefon am 17. September: 0151/266 285 33.

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