Kunsthandwerk: Der Auguste-Papendieck-Preis geht an Lutz Könecke

Spielerisch und bewusst

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Das Museum zeigt auch die weiteren Wettbewerbsbeiträge.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Gefäße für ein besseres Leben“ – nein, hier sind keine Tupperschalen gemeint. Vom Gegenteil ist die Rede, vom handwerklich und künstlerisch meisterhaft geformten Einzelstück. Der Keramiker Lutz Könecke wurde gestern Abend mit dem Auguste-Papendieck-Preis ausgezeichnet. Der Preis ist traditionell mit einer Katalog-Ausgabe und mit einer Ausstellung im Schwachhauser Focke-Museum verbunden.

„Gefäße für ein besseres Leben“ – das ist der Titel von Köneckes Ausstellung, die bis zum 14. Juni dauert. Zu sehen sind Vasen und Kannen, und darin liegt ein Verweis auf Alltagsverbundenheit auch fernab jeglicher Massenproduktion. Der Preisträger ist ein Keramiker, der dem vielfach zu beobachtenden Keramiker-Trend zum reinen Objekt nicht folgt. Er konzentriert sich auf Gefäße.

„Formen zu finden, die in sich schlüssig sind – dieses Thema kann nie ausgereizt sein“, sagt Dr. Uta Bernsmeier, im Focke-Museum zuständig für den Bereich Angewandte Kunst. Könecke beschäftigt sich auf eigenständige und innovative Weise mit diesem Thema. Die meisten seiner Arbeiten sind Gefäßmontagen aus mehreren Einzelteilen.

Der Keramiker fügt diese Formen zu – so Bernsmeier – „voluminösen Arbeiten“ zusammen, die eine starke Präsenz haben. Köneckes Vasen wirken im Raum ganz ohne Blumen, und so sind sie doch auch Objekte. Aber eben nicht das allein. „Er geht bewusst mit Formen um“, beschreibt Bernsmeier die Kompositionstechnik des Kunsthandwerkers, der etwa Zylinder und Kegel „sehr spielerisch“ zusammenfüge. Ein weiteres Beispiel: „Eine auf den Kopf gestellte Schale auf einer Vasenform, die sich organisch nach oben entwickelt.“ Den Preis hat Könecke für fünf großformatige Vasen aus dunkelrot brennendem Steinzeug bekommen.

Sie sind unglasiert, die Oberflächen hat der Künstler nur mit Öl bearbeitet. „Damit man nicht so an der Glasur kleben bleibt“, sagt der Künstler. Und das Öl? „Damit die Oberfläche ein bisschen geschützt ist und einen ganz leichten Seidenglanz bekommt.“ Dennoch arbeitet er auch mit Glasuren, die er selbst entwickelt. Je komplexer die Form, desto mehr tritt die Glasur bei ihm aber in den Hintergrund – oder es gibt sie (wie bei den preisgekrönten Vasen) eben gar nicht.

Lutz Könecke, Jahrgang 1973, betreibt eine Keramikwerkstatt in Großenrode (Landkreis Northeim). Er besuchte die Fachoberschule für Gestaltung in Göttingen und hat von 2000 bis 2005 an der Kunsthochschule Kassel studiert. Der Urgroßvater des Künstlers war der Bauhaus-Keramiker Otto Lindig (1895 bis 1966), der auch mit dem Bildhauer und späteren Stadtmusikanten-Schöpfer Gerhard Marcks (1889 bis 1981) zusammengearbeitet hat.

Der nach der Bremer Töpferin Auguste Papendieck (1873 bis 1950) benannte Preis ist mit 6000 Euro dotiert. Papendieck gilt als eine Wegbereiterin der modernen Kunstkeramik. Jüngst widmete ihr das Focke-Museum eine große Ausstellung (wir berichteten). Den nach ihr benannten Preis lobt die Sparkasse seit 1966 alle zwei Jahre aus. Gewürdigt wird „vorbildliches und innovatives Kunsthandwerk“, heißt es bei der Sparkasse.

Die Jury lädt Künstler aus Bremen, Niedersachsen und den vier nordholländischen Provinzen zur Teilnahme ein. Und so wird die Könecke-Ausstellung um die Wettbewerbsbeiträge 16 weiterer Kunsthandwerker ergänzt.

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