Fahrendes-Volk-Schau in der Kunsthalle

Zirkus von und mit Beckmann

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Das Kunsthallen-Team wird zum „Ensemble Beckmann“. Und eine Sonderausstellung rückt unter anderem Max Beckmanns „Selbstbildnis als Clown“ (unten) und sein „Selbstbildnis mit Saxophon“ in den Fokus.

Bremen - Von Jörg Esser. „Die Welt ist eine Bühne, in der jeder Mensch seine Rolle spielt“ – der Künstler Max Beckmann (1884-1950) war fasziniert von Zirkus, Theater und Varieté als metaphorische Schauplätze menschlicher Beziehungen und des Weltgeschehens. Die Bremer Kunsthalle greift den Spielball auf – und präsentiert ab 30. September die Sonderausstellung „Max Beckmann. Welttheater“.

Elf Werke Beckmanns hat die Kunsthalle im Fundus, darunter das „Selbstbildnis mit Saxophon“ (1930) und der „Apachentanz“ (1938). Sie hängen im „Beckmann-Saal“. Doch zuletzt habe das Haus 1984 dem Künstler eine Ausstellung gewidmet, sagt Kunsthallendirektor Christoph Grunenberg. Soll heißen: Es wird mal wieder Zeit.

Die geplante Ausstellung will erstmals Werke rund um Max Beckmanns Idee vom Welttheater zeigen – Bilder, die Motive aus Zirkus, Theater und Karneval aufgreifen. Um sich die Motive anzueignen, taucht das Team der Kunsthalle um Kuratorin Verena Borgmann in die bunte Welt ein, wird zum fahrenden Volk und rührt als „Beckmann-Ensemble“ die Werbetrommel für die Ausstellung. 

Bis zu deren Eröffnung besucht das Team, zu dem neben Borgmann noch Eefke Kleimann (kuratorische Assistentin), Sandra Kavazis (pädagogische Mitarbeiterin), Jasmin Mickein (Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und Kevin Grabowski (Praktikant Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) zählen, verschiedene Orte, um mehr über Seelöwen, die Kunst des Verkleidens, das Tanzen auf dem Trapez, Clowns und den Apachentanz zu erfahren. Das Ensemble besucht den Bremerhavener Zoo am Meer, blickt hinter die Kulissen des Samba-Karnevals, ins GOP-Varieté-Theater und reist zum Circus Roncalli. Ausgestattet ist das Team mit Elementen aus dem Hauptmotiv „Selbstbildnis als Clown“ – Masken, Tröten und so weiter.

Selbstporträt kommt als Leihgabe aus Wuppertal

Jenes Selbstporträt malte Beckmann 1921. Für die Ausstellung kommt es als Leihgabe des Wuppertaler Van-der-Heydt-Museums an die Weser. Beckmann inszeniere sich hier als Künstler und Clown, als Schmerzensmann und König, sagt Kuratorin Borgmann. Die Welt als Schein, die Welt als Schauspiel.

Beckmann zählt sicherlich zu den Künstlern mit den meisten Selbstporträts. 1930 entstand das „Selbstbildnis mit Saxophon“. Wobei jenes Saxophon schwer zu erkennen ist. „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, hat ja der deutsche Expressionist Paul Klee (1879-1940) gesagt. Und: „Der oberste Richter eines bildlichen Kunstwerks ist das menschliche Auge.“

Zurück zu Beckmann: Weitere Leihgaben aus bedeutenden deutschen und internationalen Museen und Privatsammlungen ergänzen die Ausstellung. Unter anderem reisen Beckmanns „Familienalbum“, zwei Triptychen sowie fünf Skizzenbücher aus New York und Washington über den großen Teich nach Bremen.

Grunenberg ergänzt: „Die Ausstellung macht erstmals Beckmanns Welttheater visuell und ideengeschichtlich erstmals greifbar und führt vor Augen, wie der Maler und Autor von zwei bisher kaum beachteten Dramen sich selbst als Theaterdirektor, Regisseur und Kulissenschieber verstand.“

Die Ausstellung „Max Beckmann. Welttheater“ ist vom 30.  September bis 4. Februar 2018 in der Bremer Kunsthalle zu sehen. Anschließend wechselt sie ins Museum Barberini nach Potsdam, wo sie vom 23. Februar bis 10. Juni 2018 gezeigt wird.

www.kunsthalle-bremen.de

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