Revival im Schnoor

„Lichtblicke.3“: Drei Künstler in einer Ausstellung

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„Lichtblicke.3“ heißt eine Ausstellung mit Werken von Heinrich Richter, Udo Richter und Ruth Cordes.

Bremen - Von Jörg Esser. Es ist ein Revival. Und eine Neuauflage. „Lichtblicke.3“ zeigt Werke des 2007 verstorbenen Grafikers und Malers Heinrich Richter, der Syker Malerin Ruth Cordes (Künstlername: RuthEECordes), und Designers und Bildhauers Udo Richter – und zwar in Cordes’ Studio in der Marterburg 7 a im Schnoor. Die Ausstellung knüpft an zwei „ausdrucksstarke Kunstpräsentationen“ aus den Jahren 2012 und 2013 in Bruchhausen-Vilsen und Wagenfeld an. „Lichtblicke.3“ ist ab heute, Freitag, bis zum 31. März zu sehen.

Heinrich Richter (Jahrgang 1920) ist unter anderem der Illustrator von Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“, Kunstpreisträger der Stadtberlin, Ehrenpreisträger der „Villa Massimo“ in Rom. Richter landete nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin, wo er an der Hochschule für bildende Künste studierte und sein Studium 1948 mit einem Meisterschüler-Diplom abschloss.

Er lebte und arbeitete unter anderem einige Jahre am Genfer See in einem Atelier des Schweizer Kunstmäzens Theodor Ahrenberg und in einem Atelier am Montparnasse in Paris. Unvollendet blieben letztlich Richters Illustrationen zu Dantes „Göttlicher Komödie“. Im Studio an der Marterburg werden etliche Aquarelle, Tusche-Zeichnungen, Lithographien und Skizzen aus der Zeit von 1968 bis 2000 gezeigt. „Heinrich Richters zeichnerisches Werk, insbesondere seine japanischen Tusche-Zeichnungen, waren die Wurzeln und wegweisend für viele der fliligranen, bildhauerischen Objekte seines Sohnes“, sagt Ruth Cordes.

Formen, Linien und Rundungen in Spannung zueinander

Jener Udo Richter arbeitet eigenen Angaben zufolge „nicht nach Skizzen und nicht nach festgelegten Form-Konzepten“. Er gestaltet kreativ. Und zwar direkt bei der Schaffung der Skulptur. Richter setzt Körper und Formen, Linien und Rundungen in Spannung zueinander. „Er bezieht die durch die Zwischenräume entstehenden Negativformen aktiv in sein Skulptur-Konzept mit ein“, heißt es.

Und die Gastgeberin präsentiert ihre Ölgemälde. Sehnsucht ist ein immer wiederkehrendes Thema in ihren Bildern. Die Sehnsucht nach Freiheit, Weite und Ferne. Und ihre Sehnsucht nach freier Malerei war ja auch „stärker ausgeprägt als der Wunsch nach dem Beweis der Professionalität im Beruf der Grafikerin“.

Während der Ausstellung „Lichtblicke“ plant Cordes für Freitag, 16. Februar, um 19 Uhr ein Studiofest. Dazu wird auch Udo Richter erwartet. Er zeigt den Besuchern eine Sonderausgabe der „Blechtrommel“ von 1968, damals erschienen im Luchterhand-Verlag, handsigniert von seinem Vater und von Günter Grass. Desweiteren bringt Richter unveröffentlichte Vorzeichnungen seines Vaters zur „Blechtrommel“ mit.

Cordes’ Studio an der Marterburg ist freitags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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