„Mein Kunst-Stück“ mit Ulf Meyer alias Waxmoth: „Inland Empire“

„Kunst entsteht aus Kunst“

Menschen mit Hasenköpfen bewegen sich in ihrem Zuhause. Für sein Bild „Inland Empire“ hat sich der Bremer Künstler Waxmoth von David Lynchs Trickfilm „Rabbits“ inspirieren lassen. - Foto: Langkowski

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Inland Empire“ heißt Ulf Meyers Bild, das er in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Der Bremer Künstler ist unter dem Namen Waxmoth bekannt. „Inland Empire“ wurde durch Sequenzen des gleichnamigen Films inspiriert.

Das großformatige Bild ist bezeichnend für Waxmoths Arbeitsweise, die in der Regel durch äußere Einflüsse oder andere Kunstwerke inspiriert wird. „Selten male ich etwas aus mir selbst heraus“, erzählt Waxmoth. Man könne sagen, „Kunst entsteht aus Kunst“. Zu Waxmoths „Inland Empire“ gab der amerikanische Regisseur David Lynch den Anstoß. In dessen Film tauchen immer wieder Sequenzen auf, in denen sich Menschen mit Hasenköpfen in ihrem Zuhause bewegen. Sie sind Bildzitate aus Lynchs eigenem Trickfilm namens „Rabbits“. Und Waxmoth lehnt sich an diese Sequenzen an. Lynchs Lichtregie und sein Umgang mit Räumen fasziniert Waxmoth. „Es erinnert mich an europäische Kunstgeschichte“, sagt er. Das sei auch deswegen ein reizvoller Gedanke, weil Waxmoth sich mit dem flämischen Maler van Dyck beschäftigt hat, der wiederum die Arbeit des Bremers beeinflusste.

Waxmoth malt meist mit Wachstempera auf Baumwollgewebe. Die Pigmente sorgen für leuchtende Farben. Die Bilder entstehen prozesshaft, ohne ein vorher festgelegtes Konzept. Je länger dieser Prozess dauere, desto vielschichtiger und tiefer würden die Werke, sagt der Künstler. Ein Ergebnis könne sich bis zum fertigen Bild mehrfach wandeln.

Wie Waxmoth auf die Kunst gekommen ist? – „Ich wusste nichts Besseres“, sagt er scherzend. „Ich habe den schönsten Beruf der Welt gefunden, mit extremen Freiräumen. Ich bin mein eigener Chef und tue, was ich will. Und wenn ich Glück habe, lässt es sich auch noch verkaufen.“ Das Bedürfnis, sich bildnerisch auszudrücken, verspürte Waxmoth schon früh. Trotzdem machte er zuerst eine Ausbildung zum Klischee-Ätzer, ein früherer Lehrberuf aus dem Druckgewerbe. Sicher, dass das für ihn kein Job auf Lebenszeit war, studierte Waxmoth anschließend Kunstpädagogik und später freie Kunst.

Heute besteht der Alltag des Bremer Malers aus Kunstkursen, Seminaren und Workshops sowie aus der freien Kunst. Ins Atelier geht Waxmoth meist nachmittags, wenn die Büroarbeit und alles Organisatorische erledigt ist. Auch für den erfahrenen Künstler ist es nach eigenen Angaben eine Herausforderung, neben dem regelmäßigen Gelderwerb die freie Kunst nicht zu vernachlässigen. Wichtig im Leben eines Künstlers sei es, die Kontinuität aufrechtzuerhalten.

„Ein Leben ohne Kunst im weiteren Sinne wie etwa Musik, Theater und andere Arten der Inspiration wäre für mich unvorstellbar“, sagt sagt der Bremer. „Kunst ist Teil unserer Kulturen, sie ist sehr prägend für unser Sein und unser Denken.“ Waxmoth bezieht seine Energie aus der Kunst. Sie ist sein Lebenselexier. „Ich werde erst richtig wach, wenn ich ins Atelier gehe und dort Erfolge oder Misserfolge feiere“, sagt er. Es gehe darum, immer wieder ein Stück weiterzukommen und über den eigenen Schatten zu springen.

Zu den Künstlern, die für Waxmoth besonders bedeutend sind, zählen der Popartkünstler Ronald Brooks Kitaj (1932–2007), der 1950 von Amerika nach Großbritannien auswanderte, sowie der niederländische Maler Rembrandt (1606–1669). An Kitaj interessiert Waxmoth dessen unentwegte Suche nach der eigenen Identität und die Suche nach dem Schlüssel seiner Kunst. Die Bewunderung Rembrandts ist eher technischer Natur. „Rembrandts Bilder besitzen gleichzeitig Weichheit und Tiefe. Das ist schwierig zu erzeugen.“

Wenn Waxmoth jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge ein Werk seines jüngsten Projekts an den neuen US-Präsidenten Donald Trump. Denn gerade versucht der Bremer im gleichnamigen Projekt, das „Wesen dieses Menschen“ zu entlarven.

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