Vom 15. bis 18. Juni

„La Strada“ in der Bremer City: Die Kunst der Entdeckungen

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Kreaturen und wilde Gesellen sausen durch die Luft: die Compagnie Daad aus den Niederlanden.

Bremen - Von Ralf Sussek. Das Straßenzirkusfestival „La Strada“ expandiert, sozusagen. Zum ersten Mal gibt es Vorstellungen in Bremen-Nord, und das nicht nur als vereinzelte Acts, sondern einen Tag lang.

Unter dem Motto „ ,La Strada‘ entdeckt den Bremer Norden“ steht das Gelände der ehemaligen Bremer Wollkämmerei in Blumenthal ganz im Zeichen von Zirkus, Jonglage, Clownerie und Musik.

Die Spielstätte „ist der Knaller“, lobt Gabriele Koch, die Leiterin von „La Strada“. Das Festival und seine Macher sind „immer neugierig, Orte zu entwickeln“, sagt Koch am Donnerstag in den Wallanlagen, also dort, wo „La Strada“ schon lange an wechselnden Plätzen seine temporären Spielstätten hat.

Weitgereist: Clown „Murmuyo“ aus Chile.

Und nun also das Gelände der ehemaligen Wollkämmerei, und das auch noch vor dem eigentlichen Spielwochenende (15. bis 18. Juni). Am Sonnabend, 10. Juni, um 14.45 Uhr geht es los, und es endet um 23.15 Uhr mit einer Feuershow. Dazwischen gibt es Musik („Gipsy Swing zu zweit“), Akrobatik (Stefano di Renzo) oder einen Jugendzirkus („Tatüü Tatta“). Die Idee für den Norden als Spielort trug Lutz Hößelbart (Weser Events) bei. Und möglich machte diesen ersten, zusätzlichen Höhepunkt die Sparkasse, die, so Sprecherin Nicola Oppermann, „ ,La Strada‘ von Anfang an“ unterstützt.

Zweiter Höhepunkt ist auch bei der 23. Auflage die Gala, diesmal am 17. und 18. Juni in der Shakespeare-Company. Conferencier ist Rainer Bauer alias Herbert Faulhaber, Profibürokrat mit einer Batterie von Kugelschreibern, von denen er am Donnerstag schon einen vorstellte. Karten gibt es noch an der Abendkasse, sagt „La-Strada“-Sprecherin Frederieke Behrens.

Auch eine Kunst: Kommunizieren ohne zu reden. Ariane und Roxana mit „Play Nice“.

Die „La-Strada“-Macher entdecken nicht nur den Norden, sondern seit jeher neue Kunst, neue Künstler. Wie auch den „Le Cirque du Platzak“, der am 15. Juni den Anfang unter freiem Himmel in der Innenstadt macht. Apropos Anfang: Die bunte Truppe fand sich zusammen, als eine Band auf Artisten einer Zirkusschule traf. Die Gruppen vermischten sich immer mehr und so entstand eine wilde Mixtur aus Zirkuskünsten und rauer Folkmusik. „ ,Kermiz‘ lebt von der Atmosphäre“ findet Gabriele Koch. Am Donnerstag und Freitag jeweils um 22.45 Uhr in der Senkebühne in den Wallanlagen.

Stefan Sing verbindet Jonglage mit Bewegung. Letztere ist sicher vonnöten, wenn man mehr als 90 Bälle in der Luft halten oder auf dem Kopf halten will. Sing demonstriert die Unumkehrbarkeit der Dinge – der Titel seines Programms („93 Bälle jonglieren einen Jongleur“) stellt die Realität aber dennoch auf den Kopf.

Enthüllung einmal anders: die Festivalprogramme (Mitte) mit Nicola Oppermann (v.  l.), Frederieke Behrens, Lutz Hößelbart, Gabriele Koch und Herbert Faulhaber.

Ariane und Roxana haben „eine ganz eigene Kunstform“ entwickelt, findet Koch. Eine einzigartige zudem: die Fußjonglage als Duo, das unterschiedlicher nicht sein kann. Die eine größer, die andere kleiner, die eine ordentlich, die andere chaotisch. Sie reden nicht, sie kommunizieren. Und das mit den Bällen – oder trotz den Bällen. Wie immer man das sehen will. Zu sehen sind sie mit ihrer Show am Freitag um 18 und 20.30 Uhr, am Sonnabend um 14 und 17.15 Uhr und am Sonntag um 15.45 und 19 Uhr (jeweils Marktplatzbühne).

Das Programmheft (zweisprachig, drei Euro) ist in Buchhandlungen und der Bremer Touristikzentrale erhältlich und finanziert das Festival mit. Eine Vorschau gibt es auch im Internet.

www.lastrada-bremen.de

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