„Corona erschwert die Lage“

Ausbildung in Pandemiezeiten: Digital-Runde mit Azubis und Bovenschulte

Digitalisierung in kürzester Zeit: Ines Krummacker, Personalchefin der DMK-Group.
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Digitalisierung in kürzester Zeit: Ines Krummacker, Personalchefin der DMK-Group.

Bremen – Wie läuft‘s mit der Ausbildung? 200 Bremer haben dieser Tage an einer Digitalkonferenz zum Thema „Ausbildung“ mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) teilgenommen. Azubis waren ebenso dabei wie Ausbilder und Lehrkräfte.

Die Pandemie erschwere die Ausbildungslage in Bremen, hieß es anschließend im Rathaus. „Die abgeschlossenen Ausbildungsverträge sind deutschlandweit auf einen historischen Tiefstand gesunken“, sagte Bovenschulte. Die Zahl derjenigen, die nach der Schule nicht direkt in Ausbildung kommen, liege derzeit bei etwa 30 Prozent. „Vor diesem Hintergrund ist das Recht auf Ausbildung nur sehr schwer umzusetzen.“

Nun müssten Bund, Wirtschaft und Politik reagieren. „Wir haben die Zahl der Azubis im Öffentlichen Dienst deutlich erhöht“, nannte Bovenschulte ein Beispiel. Und fügte an: „Neben der Quantität werden wir auch in die Qualität von Ausbildung investieren.“ Hinzu kämen soziale Aspekte. Bezahlbarer Wohnraum und günstige Azubi-Tickets für öffentliche Verkehrsmittel könnten dazu beitragen, die finanzielle Situation von Auszubildenden zu verbessern. In Bremen gebe es Pläne für ein Azubi-Wohnheim (Ellener Hof).

Bremer Azubis plötzlich „mitten im Wandel“

Einer der Azubis in Bovenschultes Digital-Runde war Leon Bauer (20), angehender Industriekaufmann beim Deutschen Milchkontor (DMK). Er berichtete davon, welche Umstellung Corona bewirkt hat. „Als die Pandemie begann, haben wir uns alle gefragt, wie es eigentlich weitergehen soll“, so Bauer. „Gerade die Ausbildung lebt ja eigentlich davon, dass man im direkten Kontakt zu seinem Ausbilder steht und viel Zeit mit seinen Kollegen auf der Arbeit und in der Berufsschule verbringt. Das fiel erst einmal alles weg.“

Der Azubi fand sich plötzlich mitten in einem Kulturwandel innerhalb der Arbeitswelt wieder, so Ines Krummacker, Personalchefin der DMK-Group: „Wir haben von einem Tag auf den anderen mehr als 1 .500 Mitarbeiter in der Verwaltung ins Homeoffice geschickt und mussten in diesem Rahmen natürlich auch Maßnahmen finden, um dies als Organisation bewältigen zu können und handlungsfähig zu bleiben.“ Und zudem seien innerhalb kürzester Zeit beispielsweise Teambuildingmaßnahmen für Azubis digitalisiert worden.

DMK-Azubi: Teamgefühl trotz Pandemie gesteigert

„Es klingt zwar ziemlich paradox, aber ich finde, dass wir unser Teamgefühl in dieser Zeit gesteigert haben“, erklärt Leon Bauer unterdessen. „Wir haben mit den Ausbildern und Kollegen im Alltag viel mehr Teamevents durchgeführt, die den Austausch deutlich gesteigert und uns Azubis enorm geholfen haben. Am Ende gingen damit auch viele positive Aspekte dieser neuen Arbeitswelt einher.“ Denn die Auszubildenden erhielten durch die Zeit im Homeoffice auch mehr Freiheiten, um ihre Arbeit selbstständig zu organisieren.

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