Künstler erschaffen Bremer Stadtmusikanten

Skulpturen aus Sand

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Die niederländische Künstlerin Charlotte Koster erschafft derzeit Skulpturen aus Sand im Roland-Center.

Bremen - Von Nina Seegers. Charlotte Koster ritzt hochkonzentriert kleine Muster in den Sand. Die Künstlerin steht vor einem großen Sandblock, der allmählich die Form eines Gebäudes annimmt. Griffbereit liegen spezielle Werkzeuge, Pinsel, Wasserwaage und ein Wasserzerstäuber. „Meine Kollegin und ich werden insgesamt fünf Sandskulpturen erschaffen, die Bremer Orte oder Figuren darstellen“, erzählt sie und pustet mit einem Strohhalm vorsichtig überflüssige Sandkörner weg.

Noch bis Mitte nächster Woche bearbeiten die beiden niederländischen Künstlerinnen Charlotte Koster und Anique Kuizenga im Roland-Center in Huchting große Sandblöcke. Am Ende werden unter anderem der Roland, die Stadtmusikanten und der Freimarkt die Ladenstraßen des Einkaufzentrums schmücken.

Sand-Künstler wie Charlotte oder Anique, die übrigens im Fachjargon „Carver“ (to carve = schnitzen) heißen, kommen in der Welt viel herum. Charlotte erzählt, dass sie schon in vielen Ländern Europas, in Australien, Kanada, den USA, ja, selbst in Katar gearbeitet hat. „Vor allem in Deutschland sind Sand-skulpturen in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Es gibt hier viele Ausstellungen“, sagt die 38-Jährige. Hierzulande arbeitet sie häufig für eine Agentur aus Düsseldorf. Agenturinhaber Benno Lindel, der auch gleich mit nach Bremen gekommen ist, hat sich nämlich auf Sand-, Stein- und Eisskulpturen spezialisiert und holt für spezielle Events und Marketing-Aktionen Künstler aus dem In- und Ausland mit ins Boot.

Während Charlotte mit einer Mauerkelle den Sand glattstreicht und kritisch ihr Werk beäugt, wird sie von Passanten immer wieder gefragt, ob das wirklich ganz normaler Sand sei, mit dem sie da arbeite. „Die Leute wollen das einfach nicht glauben“, sagt sie lachend. Auch ein älterer Mann aus Huchting, der begeistert mit einem kleinen Mädchen vor der Absperrung des Sandblocks steht, ist zunächst skeptisch. „Ich hätte gedacht, dass es sich um einen speziellen Sand handelt, dem eine Substanz beigemischt ist, die den Sand zusammenhält.“ Doch weit gefehlt: Der Sand wird mit Wasser vermischt und mit hölzernen Formen verdichtet. „Wichtig ist es, dass der Sand jung ist, also die kleinen Steinchen noch eckig sind“, erklärt Charlotte.

Die ersten Sandskulpturen entstanden als Kunstobjekte an den Stränden der amerikanischen Westküste. Mittlerweile sieht man an Stränden oder im Stadtbild häufiger Sand-Kunstwerke. Regelmäßig werden auch Wettbewerbe und Sand-skulpturenfestivals veranstaltet. Und in Japan gibt es sogar ein Sandmuseum.

Frank Trompeter, Manger des Roland-Centers, freut sich über die Kunstwerke, die noch bis einschließlich Sonnabend, 19. September, in dem Huchtunger Einkaufzentrum zu bestaunen sind. „Am Ende werden wir den Sand verschenken“, sagt Trompeter. Dann dürfen die Leute mit Schubkarren kommen und soviel Sand, wie sie ergattern können, mit nach Hause nehmen.

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