Ein Signal für die Zukunft

Grundsteinlegung für neues Kühne-und-Nagel-Haus am alten Standort

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Prost! Mehrheitsgesellschafter Klaus-Michael Kühne stößt mit Standortleiter Ralf Miehe, Bürgermeister Carsten Sieling und Bürgerschaftspräsident Christian Weber auf die Grundsteinlegung für den Neubau des Logistikriesen Kühne und Nagel an.

Bremen - Von Jörg Esser. Es ist ein Bekenntnis zu den historischen Wurzeln. Und zugleich ein Signal für die Zukunft. Der Logistikriese Kühne und Nagel investiert 26 Millionen Euro in den Neubau seines Stammhauses am Standort an der Weser mitten in Bremen. Am Donnerstag wurde der Grundstein für die neue Firmenzentrale gelegt, in der zukünftig 725 Mitarbeiter arbeiten. Im Sommer 2019 soll der Bau eingeweiht werden.

Ein elfgeschossiger Neubau mit drei unterschiedlich hohen Baukörpern ist geplant. Mit einer Bruttogeschossfläche von 13.500 Quadratmetern. Und einem 44 Meter hohen Turm, der den Eingang zur Innenstadt markieren soll. Bremen bleibe „das Gehirn“ und „das Flaggschiff“ der weltweiten Seefrachtaktivitäten des Unternehmens, sagte der aus Hamburg angereiste Mehrheitsgesellschafter und „Honorary Chairman“ Klaus-Michael Kühne bei der Grundsteinlegung.

Kühne und Nagel wurde 1890 in Bremen gegründet – von Klaus-Michael Kühnes „aus Niedersachsen eingewandertem“ Großvater August Kühne und Friedrich Gottlieb Nagel. Seither halte das Unternehmen der Freien Hansestadt die Treue.

Das Stammhaus befand sich ab 1909 an der damaligen großen Weser- und heutigen Wilhelm-Kaisen-Brücke. Das im Frühjahr abgerissene „August-Kühne-Haus“ war 1962 fertiggestellt und 1970 um drei Etagen aufgestockt worden. Mit der Investition in den wegen des gestiegenen Platzbedarfs notwendigen Neubaus am geschichtsträchtigen Standort „untermauern wir unser Bekenntnis zum Wirtschaftsraum Bremen“, sagte Kühne. Er sprach von „wohlwollenden konstruktiven Verhandlungen und echten Kompromissen zwischen Beamten und Kaufleuten“.

„Wir müssen auf Schnelligkeit setzen“

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) entgegnete: „Wir müssen auf Schnelligkeit setzen, aber Qualität braucht manchmal etwas Zeit.“ Mit der Investition am Kopf der Wilhelm-Kaisen-Brücke, an der Nahtstelle zwischen Fluss und Innenstadt, setze Kühne und Nagel „einen wichtigen positiven Impuls für die Entwicklung der Innenstadt“. Der Neubau sei zugleich „eine klare Entscheidung für den Logistikstandort Bremen/Bremerhaven“. Das Gebäude werde zu einem „Markenzeichen“ und einer „Landmarke mit Ausstrahlungskraft“ werden. Und Bürgerschaftspräsident Christian Weber sagte, das neue Stammhaus des Logistikkonzerns werde „ein Fixpunkt in der innerstädtischen Architektur“ werden. Die Entscheidung für Bremen sei ein Beweis der Standorttreue, „wenn nicht für die Ewigkeit, so doch für Generationen“.

Sieling, Weber, Kühne, dessen Frau Christine und Standortleiter Ralf Miehe setzten dann die Kellen und legten den Grundstein ins Mauerwerk. Die Baugrube ist längst ausgehoben. Jetzt rücken die Bautrupps an. Das Projekt sei „relativ herausfordernd“, sagte Miehe. „Jetzt geht’s los.“

Über die monatelange Debatte um den Standort für ein neues Arisierungsmahnmal zeigte sich „Chairman“ Kühne verwundert. Er sagte in die Fernsehkameras: „Wir bedauern, was im Dritten Reich passiert ist. Mehr können wir aber auch nicht tun.“

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