Das Dom-Museum zeigt die christliche Kunst des Heinrich Gerhard Bücker

Die Kristalle und die Klarheit

Große Klarheit und Ruhe – drei Veronika-Darstellungen des Künstlers Heinrich Gerhard Bücker sind Teil der Ausstellung, die das Dom-Museum morgen eröffnet. ·
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Große Klarheit und Ruhe – drei Veronika-Darstellungen des Künstlers Heinrich Gerhard Bücker sind Teil der Ausstellung, die das Dom-Museum morgen eröffnet. ·

Bremen - Von Thomas KuzajSein Werk ist von Spiritualität durchdrungen, er fand viele seiner Themen in der Symbolwelt des Christentums. Da passt es gut, dass das Dom-Museum jetzt Arbeiten des Malers und Bildhauers Heinrich Gerhard Bücker (1922 bis 2008) zeigt. Es liegt sogar nah, schließlich hat Bücker ab den 60er Jahren wichtige Bereiche im Innenraum des Bremer Doms gestaltet.

Das Dom-Museum präsentiert Werke Bückers in Zusammenarbeit mit dem Sohn des Künstlers – und unter dem Titel „Zeit und Ewigkeit“. Parallel dazu präsentiert die Villa Sponte (Osterdeich 59B) unter dem Titel „Mythos und Realität“ Arbeiten, in denen Bücker sich mit der klassischen Mythologie auseinandersetzt. Grafik und Malerei, Glaskunst und Skulptur – Bückers Werk zeichnet sich unter anderem durch die Bandbreite und Verschiedeneartigkeit der künstlerischen Techniken aus.

Im St.-Petri-Dom hat Bücker unter anderem das Nordschiff und die Krypten verglast, sagt Dr. Henrike Weyh, die Leiterin des Dom-Museums. Von ihm stammen auch die Bronzefiguren auf dem Chorgitter – Evangelisten und Apostel, aber auch Persönlichkeiten aus der bremischen Geschichte. Unter ihnen sind auch der „Petroleumkönig“ Franz Schütte und der Dombaumeister Max Salzmann, die für den Um- und Neubau des Doms ab 1888 verantwortlich waren. Die Bronzefiguren sind ein Bindeglied zur Ausstellung im Dom-Museum, die auch Bibelblätter des Künstlers präsentiert. Großformatige, von Blautönen dominierte Grafiken zeigen Geschichten aus der Bibel von der Schöpfung bis zur Apokalypse. In seinem plastischen Werk – von der Miniatur bis zur Skulptur – ist zu sehen, wie gern (und häufig) Bücker Kristalle und Fossilien einarbeitete. In der Schönheit der Kristalle habe er „die Ordnung Gottes im Universum“ gesehen, sagt Weyh.

Adam und Eva etwa stehen – in Miniatur – vor einer Edelsteinscheibe, deren Zeichnung eine florale Anmutung hat. „Die Bäume des Paradieses“ erkennt Weyh hier. An Bückers Skulpturen schätzt sie „die Ruhe und Klarheit im Blick der Figuren“. Dies lasse sie zeitlos erscheinen. Mit dem Ausstellungstitel (komplett: „Von Anfang an – Zeit und Ewigkeit im Werk von H. G. Bücker“) spiele man auf diesen Aspekt an.

Ein Höhepunkt der Ausstellung sind drei Darstellungen der Veronika mit dem Schweißtuch. Veronika, so die Überlieferung, hat Jesus auf dem Kreuzweg nach Golgota (Golgatha) den Schweiß abgewischt. Im Dom-Museum sind zwei Bronzeskulpturen Bückers zu sehen, eine dritte Veronika des Künstlers ist aus Holz. Zweimal zeigt er sie vor ihrer Begegnung, einmal ist Jesus‘ Antlitz in ihrem Tuch zu sehen. Das Museum präsentiert diese Arbeiten im Zusammenhang mit korrespondierenden Altarbildern aus der eigenen Sammlung.

· Das Dom-Museum eröffnet die Ausstellung morgen, Sonntag, im Anschluss an den Gottesdienst, also um 11.30 Uhr. Dazu wird auch Bückers Sohn Matthias Bücker-de Silva erwartet. Die Ausstellung im Dom-Museum dauert bis zum 30. April.

Die Bücker-Ausstellung in der Villa Sponte wird ebenfalls morgen, Sonntag, eröffnet – allerdings am Nachmittag um 15.30 Uhr. Sie endet am 21. April.

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