Krimipreis geht an die Autorin Merle Kröger

Meere und Mörder

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Unter Deck der „Oceana“: Klaus-Peter Wolf (v.l.), Merle Kröger, Hilke Theessen und Regula Venske.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Havarie“ lautet der Titel des Polit-Thrillers, für den Merle Kröger am Montagabend mit dem Radio-Bremen-Krimipreis ausgezeichnet wurde, der mit 2500 Euro dotiert ist. In ihrem Roman treffen ein Kreuzfahrtschiff, ein Flüchtlingsboot, ein Frachter und ein Seenotrettungskreuzer im Mittelmeer aufeinander.

Während der „Radio-Bremen-Kriminacht“ lauschten Hunderte von Krimifreunden an Bord der „Oceana“ Leseproben der Autoren Regula Venske, Klaus-Peter Wolf und der Preisträgerin Merle Kröger. Während draußen Schlachte, „Umgedrehte Kommode“ und Weserstadion vorbeizogen, moderierte Hilke Theessen den Abend. Für Musik sorgte Oliver Jüchems.

Alle drei Autoren machen in ihren Romanen das Meer und die Küste zum Schauplatz des Verbrechens. Viele Handlungen spielen an der norddeutschen Küste. Da wäre beispielsweise Polizeikommissar Gabriel von Autorin Venske in dem Buch „Meermorde“. Dank eines Tombola-Gewinns muss ihr Protagonist auf die Hallig Hooge, um dort den Kurzurlaub ausgerechnet in dem Haus seines verhassten Kollegen anzutreten. Gabriels Hund namens „Mutter“ ist stets dabei. Als auf der Hallig ein Mord geschieht, ist Assistentin Sandra begeistert. Sie fühlt sich an die „closed room mysteries“ Agatha Christies erinnert, denn der Täter muss noch auf der kleinen Hallig sein. Venskes Dialoge sind voller Humor und feinem Witz.

Nach Ostfriesland führte auch Wolfs literarische Kostprobe. Obwohl die Autoren und ihre Handlungen oft einen starken regionalen Bezug haben, zeigten sie sich in den Gesprächsrunden nicht sehr glücklich über die Klassifizierung „Regional-Krimi“. Insbesondere, so Wolf, weil es eine solche Bezeichnung für große Krimis im angelsächsischen Raum nicht gebe – obwohl diese oftmals an einem einzigen kleinen Ort spielten.

Regional verwurzelt ist auch Preisträgerin Kröger, die in Plön an der Ostsee aufwuchs. Die Handlung ihres Buchs „Havarie“ ist aber international und mit einem aktuellen Bezug. Schauplatz ist das Mittelmeer. Der Algerier Karim fährt mit dem Schlauchboot Richtung Europa. Gleichzeitig sucht auf dem Kreuzfahrtschiff „Spirit of Europe“ Security Officer Lalita Masarangi nach einem verschwundenen Musiker. Die vielen Einblicke in die Biographien der Menschen während ihrer Recherchearbeiten seien mitverantwortlich für das sprachliche Tempo ihres Buches, erklärte Kröger. Schnelle Perspektivenwechsel schafften eine hohe Intensität.

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