Kriminalität: Neues Konzept für Bahnhof / CDU: „Schlechtes Zeugnis für Mäurer“

„Mit gemischten Gefühlen“

+
Bei der Präsentation der Kriminalstatistik in den Räumen der Innenbehörde – von links gesehen: Polizeipräsident Lutz Müller, Innensenator Ulrich Mäurer und Harry Götze, Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Bremer Hauptbahnhof ist ein Kriminalitätsschwerpunkt. Ein neues Konzept soll hier für mehr Sicherheit sorgen, hieß es gestern bei der Präsentation der Kriminalstatistik. „Ich kann nachvollziehen, dass man da als Bürger mit gemischten Gefühlen durchgeht“, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), der sich jüngst selbst ein Bild von der Lage am Bahnhof gemacht hat. „Ich habe an dem Abend sehr viele Intensivtäter wiedererkannt, die da ihr Unwesen treiben.“

Smartphones, Bargeld, Halsketten – besonders im und am Bahnhof und auf der Discomeile sind Fälle von Straßenraub spürbar gestiegen, unter anderem durch „Antänzer“. Die Polizei reagiert darauf nun mit verstärkter Präsenz – sichtbar und verdeckt, rund um die Uhr. 65 Kräfte seien dafür eingeteilt worden, hieß es.

Kummer bereitet nach wie vor eine Gruppe von minderjährigen unbegleiteten Jugendlichen, die – so die Innenbehörde – „vorwiegend aus Nordafrika stammen“. „Die meisten der 2500 unbegleiteten minderjährigen Ausländer in der Stadt sind für uns kein Problem“, sagt Polizeipräsident Lutz Müller. Doch, so Senator Mäurer: „Die Analyse hat gezeigt, dass etwa die Hälfte aller Straßenraube im vergangenen Jahr in der Innenstadt geschehen sind, davon wiederum ein großer Teil im Umfeld des Bahnhofs. Dafür ist vor allem eine kleine Gruppe hochkrimineller junger Flüchtlinge aus Nordafrika verantwortlich. Das muss ein Ende haben.“

Mäurer kündigte in diesem Zusammenhang an, Bremen werde „41 Täter ausweisen“. „Wir wollen sie endgültig loswerden“, so der Senator wörtlich. „Ich hoffe, dass die Verhandlungen der Bundesregierung mit Marokko das gewünschte Ergebnis bringen.“

Bremen könne die Ausweisung verfügen, Abschieben müsse dann der Bund. Die Betroffenen müssen dazu 18 Jahre alt sein. „Man darf Minderjährige nicht ausweisen.“ Nach ihren eigenen Angaben würden die Jugendlichen in diesem Jahr 18 Jahre alt werden. Senator Mäurer: „Wie alt sie wirklich sind, wissen wir gar nicht.“

Kommentar: Das falsche Signal

Die Mehrzahl dieser Jugendlichen stamme aus Marokko und Algerien. Sie seien für die steigenden Zahlen beim Diebstahl verantwortlich. „Da brauchen wir nicht um den heißen Brei zu reden“, so Mäurer. „60 Prozent aller von Jugendlichen begangenen Raubdelikte gehen auf das Konto der Gruppe von Marokkanern und Algeriern.“

Neue Videoüberwachung, gemeinsame Streifen mit der Bundespolizei, bessere Beleuchtung und weniger Unordnung – all das soll nun am Hauptbahnhof für mehr Sicherheit sorgen; verbunden mit der verstärkten Polizeipräsenz. Höherer Kontrolldruck – damit man, so Polizeipräsident Müller, „nicht mehr durch solche Spaliere gehen muss und das Gefühl hat, man wird da abgecheckt“.

„Die Bevölkerung ist verunsichert“, hat Senator Mäurer beobachtet. „Die Ereignisse in Köln sind nicht folgenlos.“ Dass mehr und mehr Bürger sich – wie gestern berichtet – Pfefferspray und Schreckschusswaffen anschaffen, das sei „nicht die Antwort darauf“. Aus Mäurers Sicht ist der Staat gefordert: „Wir müssen mit allen Kräften, die wir haben, auf das Problem gehen.“

Jochen Kopelke, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sieht die Polizei allerdings „personell am Ende ihrer Möglichkeiten“. Eine Zunahme an Taschendiebstählen, Raubdelikten und Betrugsdelikten „durch einen bekannten Täterkreis“ verunsichere die Menschen in Bahnhofsnähe. „Seit 2013 kämpft die Polizei gegen diese Entwicklung am Bahnhof an. Erst durch einen massiven Personaleinsatz gelangen erste kleine Erfolge“, so Kopelke. Dennoch würden die Fallzahlen rund um den Bahnhof steigen. „Die Zusammenarbeit geht zu schleppend voran, die Polizei wurde alleingelassen.“

„Die Kriminalstatistik stellt dem Innensenator ein schlechtes Zeugnis aus“, erklärte Wilhelm Hinners, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Die Zahlen seien das „Ergebnis einer unverantwortlichen Personalpolitik“, so der Oppositionspolitiker weiter.

BVB besiegt Titelfluch - DFB-Pokaltriumph im vierten Anlauf

BVB besiegt Titelfluch - DFB-Pokaltriumph im vierten Anlauf

Dortmund holt den Pott! Bilder vom Sieg gegen Frankfurt

Dortmund holt den Pott! Bilder vom Sieg gegen Frankfurt

„Auba-cooler Elfer!“ Die Pressestimmen zum BVB-Sieg

„Auba-cooler Elfer!“ Die Pressestimmen zum BVB-Sieg

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

Meistgelesene Artikel

Spenden aus dem Bremer Untergrund

Spenden aus dem Bremer Untergrund

Uwe und Nadine Kloska sind „Bremer Unternehmer“ 2017

Uwe und Nadine Kloska sind „Bremer Unternehmer“ 2017

„Die Ware sucht sich den Weg“

„Die Ware sucht sich den Weg“

Unfall auf A1: Frau verliert Kontrolle

Unfall auf A1: Frau verliert Kontrolle

Kommentare