Industriehäfen: Sortierkontor Nord baut Anlage für Leichtverpackungen

Kreislauf mit Richtkranz

Auf eine Feierlichkeit haben sie wegen der Corona-Krise verzichtet, den Brauch der Richtkrone ließen sich Prezero, Nehlsen und das Bauunternehmen Matthäi aber nicht nehmen. Von links gesehen (und mit Abstand): Lars Viebrock und Rolf Lammers von Matthäi sowie Thorben Meppelink von Nehlsen. Foto: IHLE/NEHLSEN

Bremen – Auf den Abstand kam es an. Und mit dem richtigen Abstand, da war es kein Problem – das Richtfest auf der Baustelle an der Wilhelm-Karmann-Straße (Industriehäfen). Das Sortierkontor Nord, ein Gemeinschaftsunternehmen des Umweltdienstleisters Prezero und des Entsorgers Nehlsen, baut dort eine Sortieranlage für Leichtverpackungen. Ein sehr zeitgenössisches Thema. Aber auf den guten alten Brauch mit der Richtkrone, da wollten die Beteiligten nicht verzichten.

Aus dem Gelben Sack (und natürlich auch aus der Gelben Tonne) zur Wiederverwertung, aus dem Abfall zurück in den Kreislauf – das ist die Idee. Die Bauarbeiten hatten Anfang des Jahres begonnen. Die Anlage soll, so die Planung, ab Januar 2021 unter anderem Joghurtbecher, Getränkekartons und auch PET-Flaschen aufbereiten: Materialien wie Kunststoff, Aluminium und Weißblech. Und zudem Verbundmaterialien (wie beispielsweise Getränkekartons).

Pro Jahr können dann, wenn alles fertig ist, bis zu 150 000 Tonnen Leichtverpackungen verarbeitet werden, erklärte eine Sprecherin. Die in dem Prozess gewonnenen Materialien werden nach einem weiteren Verarbeitungsschritt als neues Rohmaterial genutzt. Das Sortierkontor Nord investiert nach eigenen Angaben etwa 40 Millionen Euro in den Bau und in die Inbetriebnahme der Anlage und schafft damit etwa 60 neue Arbeitsplätze.

„Mit dieser hochmodernen Anlage leisten wir einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen Umwelt- und Ressourcenschutz“, sagte Stephan Garvs, Chef von Prezero Wertstoffmanagement. Und weiter: „Damit sind wir in der Lage, Sortier- und Recyclingquoten deutlich zu erhöhen und mehr Rohstoffe zurück in den Stoffkreislauf zu bringen.“

Nehlsen-Vorstandschef Oliver Groß: „Darüber hinaus setzen wir mit der Investition auch wirtschaftliche Maßstäbe in der Region, erweitern unser Portfolio und bieten umweltgerechte und effiziente Lösungen zur Behandlung von Leichtverpackungen.“

Das Areal an der Wilhelm-Karmann-Straße – dem Nehlsen-Hauptsitz – gilt wegen seiner Autobahnanbindung und der Nähe zu den Industriehäfen als besonders gut geeignet für die Leichtverpackungs-Sortieranlage.

Das 1923 gegründete Entsorgungsunternehmen Nehlsen stehe „für eine kontinuierliche Weiterentwicklung von der Abfallwirtschaft zur Ressourcenwirtschaft“, hieß es. Zur Nehlsen AG gehören nach eigenen Angaben 22 Gesellschaften mit 65 Standorten in Deutschland sowie elf internationalen Standorten in Europa und Afrika. Weltweit beschäftigt das Bremer Unternehmen etwa 2 600 Mitarbeiter, davon 2 225 in Deutschland. Das Unternehmen biete „Dienstleistungen in den Bereichen Recycling, Entsorgung, Industrieservice und Logistik“.

Prezero gilt als „Umweltdienstleister mit mehr als 80 Standorten in Deutschland und Europa“. Das Unternehmen bietet die Entsorgung von Abfällen sowie die Sortierung und Aufbereitung von Wertstoffen an. Das Ziel sei dabei ein „geschlossener Wertstoffkreislauf“, hieß es weiter.

Es gehe dabei um „die Idee eines smarten Kreislaufs, in dem alle Aspekte als Teil eines großen Ganzen betrachtet werden – angefangen vom vollständig verwertbaren Produkt über Handel und Entsorgung bis hin zum nachhaltigen Recycling“.  kuz

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