Nachsorge spielt große Rolle

Krebserkrankung: Chronisch statt tödlich - Therapie deutlich verbessert

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Prof. Dr. Bernd Hertenstein, Leiter des Onkologischen Zentrums.

Bremen - In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 230.000 Menschen an einer Krebserkrankung. Die Therapiemöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren in vielen Bereich aber deutlich verbessert.

„Die Behandlung von Tumoren wird immer komplexer. Jeder Fall muss ganz spezifisch betrachtet werden. Und dafür braucht es gebündeltes Expertenwissen aus allen Kliniken“, sagt Prof. Dr. Bernd Hertenstein, Leiter des Onkologischen Zentrums der Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno) am Klinikum Mitte.

„Die großen Fortschritte in der Krebstherapie führen auch dazu, dass Menschen deutlich länger mit der Krankheit leben können, als das noch vor einigen Jahren der Fall war“, so Hertenstein. Der Nachsorge und dem Zusammenspiel zwischen Kliniken und Hausärzten nach einer akuten Krebstherapie komme somit eine immer größere Rolle zu. 

Mögliche Spätkomplikationen, bei denen ganz andere Organe betroffen sein könnten, rückten neben einer umfassenden Prävention und akuten Therapie in den Fokus. Auch wenn bei vielen Erkrankungen heute noch keine Heilung möglich sei, so verfolge man in der Medizin langfristig das Ziel, dass Krebs ähnlich wie Diabetes oder HIV einmal zu einer flächendeckend chronischen statt tödlichen Erkrankung werde.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor wenigen Tagen für Aufmerksamkeit, als er sagte: „Es gibt gute Chancen, dass wir in zehn bis 20 Jahren den Krebs besiegt haben.“ In einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk relativierte er das ambitionierte Ziel. Es gehe darum, dem Krebs so weit es geht den Schrecken zu nehmen, weil es bessere Behandlungsmöglichkeiten, bessere Früherkennung gebe.

„Wenn man die Therapiemöglichkeiten heute bestmöglich für den Patienten nutzen möchte, dann muss das Klinikum, in dem die Behandlung stattfindet, auch eine gewisse Größe haben“, sagt Dr. Jörg Gröticke, Leitender Oberarzt der Inneren Medizin I am Klinikum Mitte. Im Onkologischen Zentrum seien diese Voraussetzungen seit vielen Jahren gegeben.

Das Onkologische Zentrum stelle die gemeinsame Plattform für die bereits seit vielen Jahren existierenden Organkrebszentren dar. Durch die Vielzahl der beteiligten Kliniken gehörte es bereits bei seiner Gründung 2015 zu den größten onkologischen Zentren in Norddeutschland. 

Pro Jahr werden hier 2.000 Krebserkrankungen neu diagnostiziert. Patienten kommen aus dem gesamten norddeutschen Raum nach Bremen. Außerdem kooperiert das Zentrum auch mit anderen Krankenhäusern in der Region und spezialisierten Universitätskliniken. „Wir bündeln das Expertenwissen, und davon profitiert der Patient“, so Hertenstein.  

gn

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