Motivation für anderen Lebensstil

Krebs in Familie regt zum Rauchstopp an

Bremen -  Wer eine Krebserkrankung in der eigenen Familie erlebt, tut mehr für die eigene Gesundheit. Das bestätigt eine jetzt veröffentlichte Untersuchung des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. „Verwandte von Krebspatienten zeigten sich besonders motiviert, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben, mehr Obst und Gemüse zu essen und weniger Alkohol zu trinken – vor allem diejenigen, die sich ihres erhöhten Krebsrisikos bewusst waren“, erklärte Studienautorin Ulrike Haug.

Für die Anaylse wurden rund 1 000 Bundesbürger befragt, darunter 700 mit einem Krebskranken im engsten Familienkreis und 300 Menschen ohne solche Fälle in der Familie. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung des eigenen Krebsrisikos. 

So schätzten lediglich vier Prozent der Befragten ohne Krebsfall in der näheren Verwandtschaft ihr Krebsrisiko als erhöht ein, während es bei denjenigen mit Krebs in der Familie 22 Prozent waren. Zudem gab es bei der Risikoeinschätzung je nach Krebsart deutliche Unterschiede. So gingen bei Darmkrebs in der Familie 18 Prozent und bei Magenkrebs sogar 30 Prozent von einem erhöhten eigenen Risiko aus.

Menschen mit höherer Risikowahrnehmung zeigten darüberhinaus deutlich mehr Bereitschaft, bestimmte Lebensstilfaktoren zu ändern. So waren fast zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Raucher mit erhöhter Risikowahrnehmung bereit, das Rauchen aufzugeben – gegenüber 46 Prozent bei Rauchern, die ihr Krebsrisiko als niedrig einschätzten. Ähnliche Verhältnisse zeigten sich bei der Motivation, mehr Sport zu treiben (65 zu 50 Prozent), mehr Obst und Gemüse zu essen (77 gegenüber 56 Prozent) und weniger Alkohol zu konsumieren (44 zu 26 Prozent).

Gerade bei nahen Verwandten von Krebspatienten ist den Experten zufolge Krebsprävention besonders wichtig, weil unter anderem aufgrund genetischer Faktoren ihr eigenes Erkrankungsrisiko erhöht ist. Haug sieht „ein großes Potenzial für die Präventionsberatung“, die Ärzte nutzen könnten. 

afp

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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