„Fußballmord“ ist der zweite Roman des Bremer Lehrers Frank Salewski

Kreative Sommerferien

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Der Bremer Lehrer Frank Salewski schreibt in den Sommerferien Romane – „wie ein Bessesener“. Und das mit Erfolg. ·

Bremen - Von Jörg EsserRobin ist ein Riesentalent. Ein angehender Superstar. Als 16-Jähriger wechselt der Torwart aus Hamburg an die Isar zum großen FC München. Der Junge gerät unter Druck – des ehrgeizigen Vaters, der Mannschaft, der Medien, der Schickeria. Und dann werden Robin und seine Mannschaft noch in einen spektakulären Mordfall verwickelt. „Fußballmord“ heißt der neue Roman des Bremers Frank Salewski.

Salewski ist Lehrer an der Oberschule an der Ronzelenstraße in Horn. Und er nutzt die Sommerferien auf eine ganz eigene Art – in den sechs Wochen schreibt er einen Roman. Und seine Frau fungiert als erste Lektorin. „Das klappt gut“, sagt der 46-Jährige.

„Fußballmord“ ist der zweite Roman des Bremer Autors. Sein Erstlingswerk „Heimgekehrt“ (136 Seiten, erschienen im Killroy-Media-Verlag, Ludwigsburg, 14  Euro) spielt im Juni 1945. Ein Mann kehrt aus dem Krieg zurück. Und diese Rückkehr wird für seine Frau zum Martyrium. Es ist ein Briefroman. Salewski schildert das Schicksal von Eva anhand von Tagebucheinträgen und einem Briefwechsel der Hauptfigur mit einer Freundin. Quelle des Romans sind die Kaffeekränzchen bei seiner Oma, deren Ohrenzeuge er als kleiner Junge wurde. Mit „Heimgekehrt“ hat Salewski überrascht. Mittlerweile ist der Roman ins Englische übersetzt worden und als E-Book erschienen.

Zurück zum „Fußballmord“ (148 Seiten, erschienen im Killroy-Media-Verlag, Ludwigsburg, 14  Euro): Salewski schildert das Schicksal eines talentierten Jungen, der in der harten Profiwelt landet. Der Autor arbeitet persönliche Erfahrungen in den Roman ein. Einer seiner besten Freunde in der Jugendmannschaft galt als kommender Bundesliga-Kicker. „Es gab für ihn ein konkretes Vertragsangebot“, sagt Salewski. Doch sei der Freund an der Intoleranz der Profiwelt wegen seiner sexuellen Neigung und an zu großem Druck aus dem Elternhaus gescheitert.

Ähnlich ergeht es auch Romanheld Robin. Dessen ehrgeiziger Vater setzt ihn unter Druck, die älteren Mitspieler schleppen den „Kleinen“ ins Bordell und taufen ihn fortan „Virgin“. Robin konzentriert sich auf Schule und Literatur. Mit Christoph findet er einen Gleichgesinnten, den Salewski auf Wunsch seines Freundes als „verrückten und schillernden Homosexuellen“ gezeichnet hat.

Die Fußballer-Geschichte bindet Salewski in einen Krimi ein. Robin, der FC München und dessen mächtiger Manager werden in einen Mordfall verstrickt. Ein Immobilienmakler wird erschlagen. Es kommt auch für Robin zu einem ungeahnten Showdown. Tagebuchnotizen, Briefwechsel mit Vater und Mutter sowie E-Mail-Kontakt mit Freunden bilden einen Erzählstrang des Romans, fiktive Schlagzeilen und Artikel aus der Boulevard-Postille „Blatt“ sowie aus seriösen Tageszeitungen einen zweiten. München hat Salewski wegen der schillernden Figuren und der Schickeria als Handlungsort gewählt. „Das ist kein Buch gegen den FC Bayern“, sagt er. Und auch, dass FC-Manager Ambos plötzlich wegen Steuerhinterziehung in den Fokus der Behörden gerät, ist Zufall. Salewski hat den Roman in den Sommerferien 2012 geschrieben – vor dem Steuer-Hype um Bayern-Boss Uli Hoeneß.

Seinen dritten Roman hat Salewski bereits verfasst. Es dreht sich um einen Sonderschullehrer, der sich für einen großen Autor hält. Der Roman kommt in Kürze in den Handel. „Und das nächste Buch habe ich schon im Kopf“, sagt der gebürtige Schenefelder.

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