Kreativ und interdisziplinär

Auszeichnung für DSM-Wissenschaftlerin Dr. Natascha Mehler

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Preisträgerin Dr. Natascha Mehler.

Bremerhaven - Von Thomas Kuzaj. Er gilt als einer der höchstdotierten Preise seiner Art in Deutschland und wird erst zum achten Mal vergeben – der „Caroline-von-Humboldt-Preis“ der Humboldt-Universität zu Berlin. Und er geht nach. . . (Tusch!) Bremerhaven! An eine Forscherin, die dort am Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) arbeitet und – eben – forscht.

Preisträgerin des Jahres ist die Archäologin Dr. Natascha Mehler. „Sie erhält den Preis für ihre kreative und interdisziplinäre Forschung“, sagt eine DSM-Sprecherin. Mehler leitet das Projekt „Zwischen Nordsee und Nordmeer – Interdisziplinäre Studien zur Hanse“ am – wie es in voller Schönheit hochoffiziell heißt – Leibniz-Forschungsmuseum Deutsches Schiffahrtsmuseum. Der mit 15 000 Euro dotierte wissenschaftliche Förderpreis wird „jährlich an eine herausragende Wissenschaftlerin aus dem In- oder Ausland vergeben“, heißt es.

Der Preis „ist die erste Auszeichnung an der Humboldt-Universität zu Berlin, die ausschließlich an Frauen vergeben wird“, heißt es an der Humboldt-Universität. Und weiter: „Er bringt der Preisträgerin zusätzliches Renommee und ermöglicht den Ausbau ihrer Forschung.“

Mit ihrer „exzellenten wissenschaftlichen Arbeit verknüpfe die Preisträgerin die Ansätze und Methoden der Archäologie, Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte sowie Sozial- und Kulturanthropologie“ miteinander, so die Begründung der Jury. Als historische Archäologin erforscht Natascha Mehler die geschichtlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge im Mittelalter und in der Neuzeit.

Im Rahmen ihres aktuellen Forschungsprojektes am Deutschen Schiffahrtsmuseum untersucht die 47-Jährige die ökonomischen und kulturellen Beziehungen zwischen Hamburg und Bremen und den nordatlantischen Inseln Island, Färöer und Shetland. Der Forschungszeitraum reicht vom 15. Jahrhundert bis zum späten 17. Jahrhundert.

Die Preisträgerin selbst wurde von der Auszeichnung überrascht – und empfindet sie, klar, als große Ehre. „Ich freue mich wirklich sehr über diesen Preis und habe nicht damit gerechnet. Die historische Archäologie ist in Deutschland noch nicht richtig angekommen und muss noch viele Hürden überwinden. Die Arbeitsweise ist in diesem Fach prinzipiell sehr interdisziplinär ausgerichtet“, sagt sie.

Professorin Sunhild Kleingärtner, geschäftsführende Direktorin des DSM: „ Es ist das erste Mal, dass eine Archäologin diesen Preis erhält – und noch dazu eine Mittelalter- und Neuzeitarchäologin.“ Natascha Mehler zeichne sich durch ihre exzellente wissenschaftliche Arbeitsweise aus. Am DSM leitet sie eine Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern. Das Forschungsprojekt zum Handel im Mittelalter und in der frühen Neuzeit basiert auf einem Schiffswrack aus dem 14. Jahrhundert. Kleingärtner: „Dieses Wrack und die Forschungen des Teams um Dr. Mehler sind Teil unserer Ausstellung. Dieses Konzept steht für die Neuausrichtung des Deutschen Schiffahrtsmuseums als Leibniz-Forschungsmuseum, das die Wechselwirkungen von Mensch und Meer am Beispiel maritimer Technologien und insbesondere von Schiffen darstellt.“

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