Krankenhausspiegel bescheinigt Geburtskliniken in Bremen hohe Qualität

An der Kapazitätsgrenze

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Schwangere werden in den fünf Bremer Geburtskliniken gut versorgt. Das sagt der Bremer Krankenhausspiegel.

Bremen - Von Jörg Esser. Die Geburtskliniken im Land Bremen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Seit 2012 ist die Zahl der Entbindungen in den fünf Geburtskliniken von 7460 auf rund 8800 im vergangenen Jahr gestiegen.

Ein Drittel aller Frauen, die in Bremen ihre Babys auf die Welt bringt, kommt aus dem Umland. Der Anteil ist gestiegen, seitdem in Bassum Ende 2012 die letzte Geburtshilfestation im Kreis Diepholz geschlossen wurde.

Die Zahlen wurden gestern bei der Präsentation des Bremer Krankenhausspiegels genannt. Diese öffentliche Informationsplattform, die der scheidende Gesundheitssenator Hermann Schulte-Sasse (parteilos) gestern als „großen Fortschritt für die Transparenz im medizinischen System“ bezeichnete, bewertet und beleuchtet die Qualität in den 14 Bremer und Bremerhavener Krankenhäusern. Und in diesem Jahr wirft der Krankenhausspiegel einen besonderen Blick auf die Leistungen und Angebote der fünf Geburtskliniken im Land Bremen – das sind das St.-Joseph-Stift in Schwachhausen, das Diako in Gröpelingen, die kommunalen Krankenhäuser Links der Weser und Bremen-Nord sowie das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide.

Das Ergebnis: „Schwangere können auf eine optimale Versorgung vertrauen“, formulierte es Anette Drewes-Kirchhoff von der Unabhängigen Patientenberatung Bremen. Die hohe Qualität sei eine gute Nachricht für Frauen, Babys und ihre Familien.

Auch Dr. Torsten Frambach, Chefarzt der Frauenklinik am Krankenhaus St.-Joseph-Stift, lobt die hohe Qualität in den Geburtskliniken. „Bei den Kernindikatoren steht Bremen besser da als der Bundesschnitt.“

Die Qualität der Geburtskliniken im Land Bremen wird im Krankenhausspiegel anhand von zehn unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen nachgewiesen, die von unabhängigen Instituten jedes Jahr bundesweit ausgewertet werden. So wird zum Beispiel geprüft, ob werdende Mütter bei einem Kaiserschnitt eine Antibiotika-Gabe zum Schutz vor Infektionen erhalten. Dies geschieht in Bremen bei 99,4 Prozent aller Kaiserschnitt-Operationen – auf Bundesebene bei 97,4 Prozent.

So weit, so gut. Nur gibt es mittlerweile „punktuell Probleme“, weil die Bremer Kreißsäle zwischenzeitlich überbelegt sind. Im St.-Joseph-Stift und im Klinikum Links der Weser kommen pro Jahr mehr als 2000 Babys zur Welt. Beide Häuser zählen damit zu den Top 20 im Bundesgebiet. Mehr geht kaum. Drewes-Kirchhoff bringt die Wiedereröffnung einer Geburtsstation am Klinikum Mitte ins Gespräch.

Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen, verweist auf finanzielle Aspekte. Soll heißen: Die Länder investieren zu wenig in ihre Krankenhäuser, folglich auch in die Entbindungsstationen.

Bremen will jetzt sein großes Nachbarland Niedersachsen an der Finanzierung beteiligen. Eine gemeinsame Krankenhausplanung soll her, heißt es unter anderem im rot-grünen Koalitionsvertrag. Aber so lange noch keine finanzielle Lösung gefunden sei, sollten Frauen aus dem Umland verstärkt in Oldenburg, Osnabrück und Hannover entbinden, sagte Schulte-Sasse: „Das ist eine Form der Rationierung. Aber für die Übergangszeit bleibt keine andere Lösung.“

www.bremer-krankenhausspiegel.de

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