Geriatrie am Klinikum Ost stellt Arbeit vor

Krankenhaus im Alter

Die Mediziner Rudolf Siegert (l.) und Thomas Hilmer.

Bremen - Wenn alte Menschen krank werden oder sich verletzen, ist eine vollständige Heilung manchmal nicht mehr möglich. Trotzdem kann die Altersmedizin (Geriatrie) diesen Patienten helfen, mit Einschränkungen besser umzugehen und Strategien für den Alltag zu entwickeln, sagt ein Sprecher der Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno). Die Geriatrie am Klinikum Ost stellt ihre Arbeit jetzt bei einem „Tag der offenen Tür“ vor.

Im Klinikum Ost werden betagte Patienten seit 20 Jahren von speziell ausgebildeten Pflegekräften und Medizinern altersgerecht behandelt. Das nimmt die Klinik für Geriatrie, Physikalische Medizin und Rehabilitation zum Anlass, morgen, Mittwoch, von 15 bis 17 Uhr die Türen für Interessierte und Betroffene zu öffnen.

Aus einer einzigen Station wurde in den vergangenen 20 Jahren eine eigenständige Klinik. Sie besteht jetzt aus fünf Stationen mit insgesamt 67 Betten und einer Tagesklinik mit 18 Plätzen. Dort werden Patienten ab 70 Jahren behandelt, die in der Regel mehrere, häufig zeitgleich auftretende Erkrankungen haben. Seit der Gründung der Geriatrie im Jahr 1996 ist im Klinikum an der Züricher Straße einiges passiert. Ein weiterer großer Schritt folgte 2013: In diesem Jahr setzte das Krankenhaus ein neues Behandlungskonzept in der Geriatrie um, das 2015 erfolgreich zertifiziert wurde.

Seitdem werden ältere Patienten mit Knochenbrüchen von Unfallchirurgen und Altersmedizinern gemeinsam betreut. „In unserem alterstraumatologischen Zentrum behandeln wir vor allem den klassischen älteren Patienten, der in seiner Wohnung gestürzt ist und mit einer Oberschenkelhalsfraktur zu uns in die Klinik gebracht wird“, erklärt Dr. Thomas Hilmer, der die Klinik gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Rudolf Siegert leitet. Diese Patienten lagen früher bis hin zu zehn Tage auf einer unfallchirurgischen Station – erst dann wurden sie auf eine geriatrische Rehabilitationsstation verlegt. „Diesen Zeitverlust umgehen wir inzwischen, indem wir bereits am dritten Tag nach der Operation mit der geriatrischen Frührehabilitation beginnen“, so Hilmer. „Dadurch kann der Patienten früher in seinen häuslichen Alltag zurückkehren. Und wir vermeiden, dass er pflegebedürftig wird oder zögern die Pflegebedürftigkeit zumindest heraus.“

Inzwischen hat die Klinik auch auf eine aktuelle Entwicklung reagiert, die viele Krankenhäuser vor eine große Herausforderung stellt: Immer häufiger müssen Menschen mit der Nebendiagnose Demenz behandelt werden. In Ost ist die Station 81 innerhalb der Klinik für Geriatrie, Physikalische Medizin und Rehabilitation deshalb zu einer sogenannten demenzsensiblen Station mit 17 Betten umgebaut worden. Ende Juli wurde die Station mit dem Namen „Rückenwind“ eingeweiht (wir berichteten). - gn

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