Kranführer kommt ums Leben / Ursache noch ungeklärt / Millionenschaden

Brücke stürzt in Laderaum

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Zu dem Unglück kam es nach Mitternacht.

Bremerhaven - Von Thomas Kuzaj. An der Stromkaje des Containerterminals ist gestern gegen 0.45 Uhr bei Verladearbeiten ein Stück einer Containerbrücke abgebrochen. Der tonnenschwere Brückenausleger krachte auf den Boden des Laderaums des Containerschiffs „Maersk Karachi“. Auch der Kranführer (52) stürzte mit seiner Kabine 50 Meter in die Tiefe – und kam dabei ums Leben. Erst am Vormittag konnte der Leichnam des Mannes geborgen werden.

„Die Einsatzkräfte konnten unter schwierigsten Bedingungen zu dem Containerbrücken-Fahrer vordringen“, so der Bremerhavener Polizeisprecher Uwe Mikloweit. Der Mann lag am Boden des Laderaums unter und zwischen ineinander verkeilten Trümmerteilen. „Ein Krisenmanagement-Team und ein Notfallseelsorger kümmern sich um die Angehörigen des verunglückten Mannes“, sagte der Polizeisprecher.

Der Sachschaden geht möglicherweise in die Millionen. Warum der Kran auf das Containerschiff stürzte, ist noch ungeklärt. „Die Polizei dokumentiert die Unfallstelle und stellt fest, welche Beweismittel gesichert werden müssen“, so Mikloweit. „Es ist völlig unklar, wie so etwas passieren konnte.“

Gestern galt es zunächst einmal, die Unglücksstelle zu sichern. Erst alles absichern, dann (mit der Unterstützung von Statikern) Trümmerteile wegräumen, dann zur Ursache ermitteln – diese Reihenfolge war im Laufe des Tages immer wieder zu hören. Die Bergung der Trümmerteile zieht sich möglicherweise über Tage hin. Schlepper sollen die „Maersk Karachi“ – und damit auch die mit ihr ja verkeilte Containerbrücke – stabilisieren.

Zudem forderten die Einsatzkräfte einen Schwimmkran an. Ein Peilschiff soll untersuchen, ob auch ein Teil der Brücke in die Weser gestürzt ist. Die Containerbrücke im Bereich des Unternehmens North Sea Terminal Bremerhaven (NTB) ist zudem instabil. Statiker prüfen, wie sie wieder stabilisiert werden kann, damit sie nicht vollkommen zusammenstürzt.

Voraussichtlich mehrere Tage lang werden keine großen Containerschiffe an der Stromkaje festmachen können, hieß es gestern weiter. Denn größere Schiffe könnten Wellen auslösen und die Unglücksstelle damit gefährden.

Normalerweise können an der insgesamt knapp fünf Kilometer langen Kaje 14 große Containerschiffe festmachen. Bremerhaven ist der viertgrößte Containerhafen Europas. Im vergangenen Jahr wurden in der Seestadt fast 5,8 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen.

Die Wasserstraße Weser war gestern rund um den Unfallort stundenlang für den Schiffsverkehr gesperrt worden. Erst am frühen Abend gaben die Behörden sie wieder frei.

Die „Maersk Karachi“, Baujahr 1998, fährt unter der Flagge von Hong Kong. Sie war am Mittwoch – von Antwerpen kommend – in Bremerhaven eingetroffen. Das Containerschiff ist 299,90 Meter lang und 42,83 Meter breit.

North Sea Terminal Bremerhaven ist ein Joint Venture von Eurogate und Maersk Line. Bei NTB war es im Februar vergangenen Jahres zu einem Millionenschaden gekommen, nachdem ein Containerschiff bei starken Windböen ein an der Stromkaje liegendes Containerschiff gerammt hatte. Durch den Unfall wurden damals drei Containerbrücken beschädigt. Eine davon wurde durch die Wucht des Aufpralls so schwer getroffen, dass sie aus den Führungsschienen brach. Eine Brücke ist 1 800 Tonnen schwer.

Die Erinnerung an den Vorfall vom Februar 2014 führte gestern zu Spekulationen darüber, dass es womöglich einen Zusammenhang geben könnte mit der nun abgebrochenen Containerbrücke.

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