„Summer Sounds“ am Lankenauer Höft

Alice Merton in Bremen: Kraftvolles Energiebündel

 Alice Merton, GItarrist Regi Drake und (im Nebel) Schlagzeuger Lucas Heiby.
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Kraftvoll in Aktion: Alice Merton präsentiert sich bei den „Summer Sounds“ als Energiebündel. Mit im Bild sind GItarrist Regi Drake und (im Nebel) Schlagzeuger Lucas Heiby.

Das Musikfestival „Summer Sounds“ ist coronabedingt von den Neustadtswallanlagen zum Lankenauer Höft gewandert. 600 Besucher waren dabei, als Alice Merton auftrat.

Bremen – Ein schöner Strandabschnitt und Volldampf auf der Bühne: Alice Merton präsentiert sich als absolutes Energiebündel. Sie hat immer genug Power für schnelle tänzerische Bewegungen. Das raubt ihrer Stimme in keiner Weise irgendwelche Kraft. Etwa 600 Besucher sind laut Veranstalter am Sonnabendabend zum Strand des Lankenauer Höfts in Rablinghausen gekommen, um Merton und weitere Künstler in der Corona-Sonderausgabe des Festivals „Summer Sounds“ zu sehen.

Mertons Gesicht und Körper drücken viel aus. Etwa bei „Lash Out“ mimt sie zunächst gekonnt einen leicht schüchternen Ausdruck, um dann in einen zornig-offensiven Gestus zu wechseln. Das ist echte Feinarbeit. Es ist ein Vergnügen, den Song zu hören und Merton auf der Bühne zu sehen. Die eher schmächtige Sängerin schafft es einfach wunderbar, auch den Gefühlen hinter den Songs Ausdruck zu verleihen.

Ein Thema: Angst. Das Stärker-Sein sei Thema bei „Vertigo“, früh im Set geeignet, das Publikum gehörig anzuheizen. Merton sagt an anderer Stelle: „Ich bin jemand, der immer Angst hat.“ Teilweise habe sie nicht auf die Bühne gehen können. Ein Mann aus dem Publikum ruft ihr bald darauf zu: „Du brauchst keine Angst zu haben. Wir lieben Dich.“

Durchbruch mit „No Roots“

Mitreißender Rock, angereichert mit einer eingängigen Prise Pop, etwa bei „Why so serious“, das kommt an. Natürlich steht auch der Hit auf dem Programm, der ihr zum Durchbruch verhalf: „No Roots“. Markante Gitarrenarbeit und schillernde Synthie-Sounds kommen an. Die Gäste gehen mit und teilweise hüpfen sie. „Deutschland war das erste Land, in dem der Song gespielt wurde“, sagt Merton. Der Song würde ihr viel bedeuten, so die Sängerin. Sie ist sichtlich angetan vom Publikum am Lankenauer Höft. „You are so lovely“, sagt sie schon früh im Konzert. Etwas später sagt sie, sie wolle wiederkommen, wenn die Leute versprechen, auch wiederzukommen. Nach der Zugabe verabschiedet sie sich ruhig: „Thank you so much, Bremen.“

Besonders angetan sind sieben junge Besucherinnen aus einer deutschlandweiten Fangruppe. Sie sind teilweise aus Bayern und Nordrhein-Westfalen zu dem Konzert gekommen. Sie alle haben Merton mehrfach oder gar sehr oft gesehen und loben den Auftritt in Bremen. Sie haben Schilder dabei. Auf einem steht: „So glad to see you again“.

Voll in Fahrt: „Lenna“, gegründet in Stuhr, spielt kraftvollen Gitarrenpop mit deutschen Texten. Zur Band zählen Tammo Reckeweg (v.l.), Juri Reckeweg und Alenna Rose.

„Lenna“ aus Stuhr mit Wucht

Auch zwei weitere Acts legen sich am Sonnabend ins Zeug. Die Band „Lenna“, gegründet in Stuhr, präsentiert viele neue Songs. Die Band, jetzt zu dritt, ist ihrem Stil treu geblieben: Gitarrenpop, gefühlvoll melodisch und doch mit Wucht und einfach schönen deutschen Texten. Beispielsweise: „Helden“, ein Aufruf, selbst etwas zu verändern, der in seiner musikalischen Form pulsierend ins Blut übergeht. „Willst Du mein Held sein?“ fragt Sängerin Alenna Rose an einer Textstelle musikalisch charmant. Einfach eine schöne Show. „Ohne Dich“ verbindet sentimentale Stimmung mit druckvoller Schlagzeugrhythmik. Dabei ist auch die nächste geplante Single-Auskopplung: „Es wird schon gehen“, ein sentimentaler Song über eine Trennung.

Yokai, erster Gig des Abends, traut sich an ernste Themen. „Planet B“ widmet sich der Umweltzerstörung, ohne belehrend zu wirken. „Ich bin ja selbst Teil des Problems“, sagt er. Der Text ist geschrieben aus der Perspektive eines Weltraumreisenden zum Planeten B. Schließlich heißt es: „Es gibt keinen Planeten B.“

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