Neuer „Street-Workout“-Park in Tenever

Stahl trifft auf Integration

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Die Profis der „Street-Workout“-Szene zeigten während der Eröffnung des Parks, was in ihnen steckt.

Bremen - Von Steffen Koller. Einmalig in Deutschland, soll dieses Projekt Jugendliche von der Straße holen: Mit der Eröffnung des „Street-Workout“-Parks am Wochenende in Tenever will die Initiative „Hood Training“ Menschen jeder Herkunft und Religion eine Perspektive bieten. Willkommener Nebeneffekt soll neben antrainierten Muskelbergen auch der Zusammenhalt im Wohnviertel sein.

Alles habe mit einer einzelnen Klimmzugstange angefangen. Das war vor mehr als zehn Jahren, damals sei Tenever noch „abgeranzt und dreckig“ gewesen, wie Daniel Magel von der verantwortlichen Initiative „Hood Training“ bei der Eröffnung sagte. Seit 2002 lebt Magel in der Hochhaussiedlung im Osten der Stadt. Heute präsentiert sich der neu eingeweihte Park als echter Hingucker. Auf einer hellgrünen Tartanfläche erheben sich unzählige Metallstangen in Richtung Himmel, die dazu dienen sollen, Kindern und Jugendlichen eine sportliche Perspektive zu bieten.

„Street Workout“ ist eine vorrangig aus den USA und Russland stammende Sportart, die alle Fitnessaspekte wie Dynamik, Kraft und Schnelligkeit vereint. Nur dass die Übungen eben nicht im Fitnessstudio ausgeführt werden, sondern direkt vor der Haustür. „Hood Training“ und die „Projektgruppe Tenever“ konnten „in einem langen Kampf“, so Daniel Magel, für den Bau des Parks 63000 Euro akquirieren – was „gut angelegtes Geld“ sei, wie Ralf Schumann von der Wohnungsbaugesellschaft Gewoba bei der offiziellen Eröffnung anfügte.

Mit ihrem Projekt wollen die Initiatoren „alle Menschen ansprechen, die Lust haben, gemeinsam Sport zu treiben, um Spaß zu haben und einen konstruktiven Umgang mit Aggressionen und Frustration kennenzulernen“, machte Magel die Ziele deutlich. Der Zugang zum Park ist jederzeit möglich und kostenfrei. Und dass der Park gut ankommt, zeigte sich nur wenige Minuten nach der Eröffnung.

Knapp 300 Besucher kamen und staunten nicht schlecht, als die jungen Männer aus der Szene ihr Können zum Besten gaben. Bei donnernden Beats und typisch bremischem Wetter legten die Muskelberge wahre Meisterstücke hin: Einarmiger Handstand, Breakdance und Klimmzüge mit fast einem Zentner Zusatzgewicht waren da nur die leichtesten Übungen.

Abschließender Höhepunkt waren die Deutschen Meisterschaften im „Street Workout“, Kategorie „Freestyle“. Zehn Teilnehmer hatten in zwei Durchgängen à drei Minuten Zeit, die Jury an der Klimmzugstange, dem Barren und am Boden von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Nikolay Yergiyev sicherte sich den ersten Platz. Er nimmt im Juli an der Weltmeisterschaft in Moskau teil.

www.hoodtraining.de

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