Gloria del Mazo: „Maria“ als „Zitat“ von Bronzino

„Mein Kunst-Stück“: „Kopie wird zum Original“

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Das Bild, das Gloria del Mazo hier präsentiert, ist ein „Zitat“ des Maria-de-Medici-Porträts von Agnolo Bronzino. „Die Kopie wird zum Original“, sagt die Bremer Künstlerin.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Maria“ heißt Gloria del Mazos Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Das Porträt zeigt die junge Maria de Medici. Es ist ein „Zitat“ des Original-Porträts, das Agnolo Bronzino im Jahr 1551 malte.

Gloria del Mazos 2016 gefertigtes „Zitat“ der Maria de Medici misst 1,50 Meter mal 1,50  Meter. Das Original kommt lediglich auf 53 Zentimeter mal 38 Zentimeter. Die Wahl-Bremerin nahm einige Details und Halbtonwerte aus dem Bild, so dass der Eindruck entsteht, das Porträt stünde „zart im Hintergrund“. Wesen und Ausdruck der jungen Maria hat del Mazo dem Frauenporträt belassen.

„Mich interessiert, was aus der Zeit, in der sie gemalt wurden, in die Gesichter eingeflossen ist“, sagt del Mazo. „Ein Bild versteht man am besten, wenn man die sozialen, religiösen oder ökonomischen Hintergründe kennt.“ Auch die Malweise verrate etwas über die Epochen. So seien die Maße des Kopfes in der Klassik von Symmetrie und idealer Harmonie bestimmt. Im Hellenismus wurden die Hälse länger und die Figuren expressionistischer. Bronzino gehörte zum sogenannten Manierismus aus der Spätrenaissance. Oft zeigen diese Darstellungen viel Farbe, Dynamik und gekünstelt verdrehten Körperhaltungen. Im darauffolgenden Barock brachten die Künstler dann auch Motive von der Straße auf die Leinwand.

Nachdem sich del Mazo mit den Frauendarstellungen auseinandergesetzt hatte, begann sie, in ihren Bildern Werke aus der Kunstgeschichte mit Massenerzeugnissen zu vereinen. Dabei vertauschte del Mazo deren Rollen. Sie stellte die einzigartigen Gemälde so dar, als seien sie bereits oft vervielfältigt worden.

Mit einem Strich zum Unikat

Die Markenlogos hingegen malte sie mit sichtbarem Pinselstrich. „So mache ich vom reproduzierbaren Massenprodukt ein handgefertigtes Unikat. Die Kopie wird zum Original“, sagt die Künstlerin und lacht.

Auf die Kunst gekommen ist del Mazo bereits mit 13 Jahren. Sie half in einer Madrider Rahmenwerkstatt. Als sie dort mit Reproduktionen von Renoir und van Gogh in Berührung kam, war sie so fasziniert, dass sie ebenfalls malen wollte. Geleitet von der romantischen Idee, in die Kunstgeschichte Einzug zu halten, nahm die junge Spanierin ihren ersten Zeichenkurs und blieb bei der Kunst.

Die Herausforderungen des Künstlerlebens sieht del Mazo vor allem im Glauben an das, was man tut. Zusätzlich bedürfe es einiger Disziplin. „Auch wenn einige Menschen denken, das Künstlerleben sei leicht, so ist es doch viel Arbeit“, so del Mazo. Picasso soll gesagt haben: „Die Inspiration existiert, aber sie muss Dich bei der Arbeit finden.” Zum Künstleralltag gehöre es auch, sich verkaufen zu können. „Aber das lernt man im Studium nicht.“

Durch Kunst das Leben verstehen

Ob wir Kunst brauchen? – „Ja, denn sie bietet eine Möglichkeit, das Leben zu verstehen.“ Wer selbst malt, zeige einen Teil von sich und seiner Seele. Die Kunst versetzt uns damit in die Lage, zu verstehen, wie andere die Welt sehen. Sie schult Empathie. Wichtig sei die Kommunikation zwischen Künstler, Objekt und Betrachter. „Deswegen muss Kunst auch gezeigt werden.“

Zu den Künstlern, die für del Mazo besonders bedeutend sind, zählen der spanische Barockmaler Diego Velázquez (1599 bis 1660) und der amerikanische Pop-Art-Künstler Andy Warhol (1928 bis 1987). „Velazquez ist technisch gut und ein geheimnisvoller Spieler mit dem Betrachter“, sagt die Bremerin. Warhol wiederum habe die Rolle des Konsums zeitig erkannt und sei ein Genie in der Vermarktung seiner Kunst gewesen.

Wenn del Mazo jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge ein Werk mit dem Zitat eines französischen Malers an den neuen französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron – und zwar „als Zeichen der Hoffnung, die wir Europäer in ihn setzen, dass er Frieden und Zusammenhalt erhalten kann“.

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