Straßenkunstfestival erfindet sich mit Corona-Edition neu

„La Strada“ in Bremen: Kopfkino statt großer Show

Kunst und ganz viel Platz: Die Corona-Edition von „La Strada“ setzt auf Ruhe statt auf Reizüberflutung.
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Kunst und ganz viel Platz: Die Corona-Edition von „La Strada“ setzt auf Ruhe statt auf Reizüberflutung.

Es geht wieder etwas dank sinkender Infektionszahlen: Das Straßenzirkusfestival „La Strada“ hat in Bremen begonnen, allerdings ganz anders als sonst.

Bremen – Die Kulturszene ächzte unter dem anscheinend nie enden wollenden Stillstand, jetzt blitzt etwas Licht am Ende des Tunnels auf: Das Bremer Straßenkunstfestival „La Strada“ hat am Freitag begonnen und erscheint dabei in ganz anderem Gewand, als es die vielen tausend Besucher aus den Vorjahren noch kennen. Keine großen Shows, keine Akrobatik, keine Feiern bis spät in die Nacht. Dafür gibt es dieses Jahr viel für die Sinne – für Augen und Ohren.

„La-Strada“-Besucher werden es kennen: Das Programmheft ist voll, die Zeit knapp, die guten Plätze schon lange vor Showbeginn besetzt. So sah es in den vergangenen Jahren aus, als sich vom Marktplatz bis zu den Wallanlagen mehrere zehntausend Besucher täglich tummelten. Was schaue ich zuerst, was kann warten, was hole ich morgen nach? Diese Fragen brauchen sich Interessierte bei der Corona-Edition nicht zu stellen. Die Pandemie macht alles neu. Statt mehr als 140 Shows und knapp 100 Künstlern aus mehr als einem Dutzend Ländern wartet das Festival nun mit einem komplett überarbeiteten Konzept auf.

„La Strada“ in Bremen: Angstfreie Begegnungen

Seit November 2020 planen die Organisatoren – und hatten dabei einen zentralen Gedanken im Hinterkopf, erklärt „La-Strada“-Leiterin Gabriele Koch. „Wir wollten angstfreie Begegnungen schaffen.“ Keine Menschenansammlungen, kein Gedränge, Mindestabstände müssen eingehalten werden. Deshalb setzten Koch und ihre Helfer auf ein Konzept, das in erster Linie Ohren und Augen anspricht. Neben einer großen Lichtinstallation des Künstlers Jörg Rost, die die komplette Fläche hinter der Kunsthalle in bunte Farben taucht, finden Besucher rund um die Uhr zugängliche Stelen vor, die mit QR-Codes versehen sind. Mit den Codes lassen sich Musikstücke abspielen, Gedichte sind zu hören, aber auch fotografisch festgehaltene Erinnerungen an „La Strada“ vor der Pandemie.

Theater spielt - aber wo?

Zusätzlich sind verschiedene Werke mehrerer Künstler in den Anlagen aufgebaut – von Ölmalereien bis Skulpturen und mittelalterlichen Figuren in XXL-Format finden sich dort verschiedene Anziehungspunkte. Statt Reizüberflutung setze das Festival auf das eigene Empfinden. Koch: „Es knallt nicht, es explodiert nichts. Vieles passiert im eigenen Kopf.“ Die Kunst solle zum Schlendern, zum Nachdenken, zum Innehalten anregen. Da der gesetzliche Rahmen es nicht zulasse, ist „La Strada“ auch nicht als offizielle Veranstaltung deklariert. Feste Spielzeiten, unter anderem für das „Theater Anu“, sucht man deshalb auf der Homepage vergebens. Mit ihrer Performance „Engel über Bremen“ sind die Künstler am Freitag und Sonnabend, 11. und 12. Juni, in der Bremer Innenstadt. Wo genau, bleibt ein Geheimnis. Nur so viel: Ein Blick in die Höhe hilft, die himmlischen Wesen zu erblicken.

„La Strada“ läuft noch bis Sonntag, 13. Juni. Der Eintritt ist frei.

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