25 Jahre Kommunalverbund Niedersachsen-Bremen

„Kooperation liegt in der Natur des Menschen“

Sozialdemokraten und Partner im Verbund – Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (l.) und Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte in der Oberen Rathaushalle. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das Zauberwort heißt „Kooperation“. Wo? Im Kommunalverbund Niedersachsen-Bremen. Den regionalen Zusammenschluss gibt es seit nunmehr 25 Jahren. Das wurde am Mittwoch gefeiert – mit einem Festakt im Bremer Rathaus.

In der sehr gut besuchten Oberen Rathaushalle kamen vornehmlich die politischen Vertreter aus der Region zusammen – Bundestagsabgeordnete, Bürgerschaftsabgeordnete, Mitglieder des Niedersächsischen Landtags, die Rats- und Kreistagsmitglieder aus den Mitgliedskommunen; außerdem Kooperationspartner.

Von einer „beeindruckenden Kulisse“ sprach der Vorsitzende des Kommunalverbunds, Andreas Bovenschulte (Weyhe, SPD), denn auch. 1991 sei der Kommunalverbund „zur Überwindung einer damals empfundenen Sprachlosigkeit unter Nachbarn“ gegründet worden. Ein „Forum der Diskussion“ habe sich daraus entwickelt – „nicht der Mantel der Nächstenliebe, mit dem Konflikte zugedeckt werden“. Gleichwohl stehe dabei „das Gemeinsame, nicht das Trennende“ im Mittelpunkt. Dies zeige sich auch in dem Prinzip „ein Mitglied, eine Stimme“, das im Verbund gilt. In ihm sind gegenwärtig 28 Kommunen in der Region Bremen zusammengeschlossen – Städte, Gemeinden, Samtgemeinden und zwei Landkreise. Größtes Mitglied ist die Stadt Bremen mit 547 000 Einwohnern. Kleinstes Mitglied die Gemeinde Dötlingen im Landkreis Oldenburg mit 6 000 Einwohnern. Im Gebiet des Kommunalverbunds leben etwa 1,05 Millionen Menschen.

Das Oberzentrum dieser Region, das liege eben nicht in Niedersachsen, sondern sei ein anderes Bundesland – Bremen, so der Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, Jörg Mielke (SPD). „Das Land Niedersachsen unterstützt ausdrücklich diese Form der Zusammenarbeit“, so Mielke weiter. Eine Zusammenarbeit, die nicht immer einfach gewesen sei. In der Konkurrenz um Steuer- und Kaufkraft seien „viele dicke Bretter gebohrt“ worden. Mielke erinnerte an „niedersächsische Ängste, von Bremen über den Tisch gezogen zu werden“.

Bremen dominiert das Umland? Jeder ist sich selbst der Nächste? Im Kommunalverbund wird alles dafür getan, solche Gedanken gar nicht erst aufkommen zu lassen. Kritiker meinen, die Zusammenarbeit funktioniere zwar im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs. Als Ausdruck des Kooperationsgedankens gelten auch kulturelle Veranstaltungen wie das Gartenkultur-Musikfestival.

Bei Themen wie Gewerbeansiedlungen und Krankenhausfinanzierung aber sei es schnell vorbei mit dem gemeinsamen Agieren. Da schaue dann doch jeder lieber auf den eigenen Haushalt – Konkurrenz statt Kooperation. Nein, man wolle sich nicht in einen „Bürgermeisterwettbewerb“ jagen lassen, so hingegen Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Beim Festakt wurde eben das Gemeinsame betont.

Als Festredner sprach der Hirnforscher Professor Gerhard Roth (Universität Bremen) von den „Vorteilen und der Notwendigkeit der Kooperation“. Kooperation, so Roth, sei ein Bestandteil unserer menschlichen Natur. Sie zeige sich schon bei kleinen Kindern und konzentriere sich mit dem Erwachsenwerden – entwicklungsbiologisch – eher auf den Familien- und Freundeskreis. In der regionalen Kooperation müsse man die rationalen Argumente unterfüttern – mit dem Aufbau von Vertrauen, mit der Aussicht auf gemeinsame Erfolge, mit Verlässlichkeit.

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