Coronakonformes Streaming

Konzerte und Lesungen im Bremer „Club 100“

Rettet die Veranstaltungsbranche! Wladimir Kaminer liest in Bremen – zu sehen per Stream.
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Rettet die Veranstaltungsbranche! Wladimir Kaminer liest in Bremen – zu sehen per Stream.

Bremen – Was tun, wenn Konzerte und Lesungen in gewohnter Form nicht möglich sind? Konzerte und Lesungen im Rahmen des Möglichen möglich machen! Einige Bremer Konzertorganisatoren und Veranstaltungsprofis haben sich nun zusammengetan, um den Pandemiebedingungen nach monatelanger Zwangspause ein coronakonformes Schnippchen zu schlagen. Sie verwandeln das Gröpelinger „Pier 2“ ab Donnerstag, 14. Januar, in einen – Zitat – „solidarisch nutzbaren Veranstaltungsort“ mit dem Namen „Club 100“.

Das alles soll dieser Tage natürlich auch noch offiziell herausposaunt werden – wir verraten es aber an dieser Stelle schon jetzt, weil bereits für den 14. Januar ein Auftritt geplant ist. Dann nämlich kommt Besuch aus Berlin: „Russendisko“-Autor Wladimir Kaminer liest ab 20 Uhr aus seinem aktuellen Buch „Rotkäppchen raucht auf dem Balkon“.

Kaminer schreibt „über kindische Erwachsene und erwachsene Kinder, über Smartphone-Filter und -Passwörter und über Greta und den Klimawandel“, heißt es in einer Vorschau. Zu sehen ist seine Lesung dann im Stream – und eben nicht im Saal, ist ja Corona. Karten für den exklusiven Stream (und damit eben zugleich für die „Club-100“-Premiere) kosten zehn Euro. Sie sind unter www.club100-bremen.de zu finden.

Bremer Reverenz an Londoner Legende

„Live auf die Bühne und per Stream weltweit auf die Bildschirme“ – das ist die Idee für den „Club 100“. Das Publikum erlebt das Bühnengeschehen zwar nicht zur gleichen Zeit im selben Raum, doch immerhin zur selben Zeit via Internet. Bis Ende Mai seien etwa 40 Shows geplant, hieß es vorab. „Unsere Kameras fangen Momente ein, die sich vor den Bildschirmen so intensiv anfühlen, als wäre man mittendrin in der Crowd“, so das Versprechen des Veranstalterbündnisses. Um alles zu finanzieren, haben die Initiatoren Förderung beantragt, einen Zuschuss aus Landesmitteln.

Der Name „Club 100“ übrigens ist eine schöne Reverenz an eine britische Institution – an den „100 Club“ in der Londoner Oxford Street, wo seit 1942 Live-Musik gespielt wird und Bands wie die „Sex Pistols“, „Siouxsie and the Banshees“ und „The Damned“ legendenumwobene frühe Auftritte hatten. Hier fand der Punk den Weg in den Mainstream. Die Bremer Variante soll nun einen Beitrag dazu leisten, Wege aus der coronabedingten Veranstaltungsflaute zu finden.

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