Prozess um Vergewaltigung fortgesetzt

Kontakte zum Rotlichtmilieu

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Der 36-Jährige muss sich wegen Vergewaltigung seiner Freundin verantworten.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Es kommt neues Licht in den Prozess wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung gegen Pawel P. vor dem Bremer Landgericht. P. soll in der Nacht vom 18. auf den 19. Februar dieses Jahres seine 22-jährige schwangere Ex-Freundin brutal missbraucht und dabei ein Messer sowie ein zwölf bis 15 Zentimeter dickes Tischbein benutzt haben.

Dienstag kam heraus: Die Polizei wurde von der Vermieterin und einem weiteren Mann alarmiert, der bei dieser ebenfalls eine Wohnung in Bremerhaven gemietet hat. Nachdem P. die junge Frau bereits bedroht, geschlagen und in hohem Maße eingeschüchtert haben soll, fuhren beide in die Wohnung des Angeklagten. Nach Aussage des Opfers wollte P. dieses zu der Behauptung zwingen, es habe Blessuren nach einen Überfall von zwei Bulgaren davongetragen.

Weder Bargeld noch Pass

Die 22-Jährige habe während des Gesprächs mit dem Kopf geschüttelt, wenn P. dieses nicht sah, so die Polizeiberichte. Einmal habe die Frau ganz leise um Hilfe gebeten. Sie werde geschlagen und könne nicht aus der Wohnung. Sie war den Aussagen zufolge so stark eingeschüchtert, dass sie keinen Fluchtversuch unternahm, sondern mit P. in dessen Wohnung zurückkehrte. Sie hatte weder Bargeld noch einen Pass und auch kein Handy. Das wurde ihr bei der Ankunft in Deutschland abgenommen, wo sie von P. als Prostituierte vermittelt wurde, wie es heißt. Nach der Rückkehr folgten dann die weit schwereren Gewalttaten. Erst am nächsten Tag ging der Zeuge zusammen mit der Vermieterin zur Polizei. Da er Angst um sich und seine Kinder hat, wäre am liebsten gar nicht im Protokoll aufgetaucht. Er betonte, dass P. äußerst aggressiv sei und Kontakte zum Rotlichtmilieu habe. Die Vermieterin händigte der Bremerhavener Polizei schließlich einen Schlüssel für die Wohnung aus.

Polizisten hören Wimmern

Die Aussagen der involvierten Polizisten skizzierten relativ einheitlich, was sie 19. Februar um 13 Uhr beim Eindringen in die Wohnung vorfanden. Bereits vor der Tür sei ein Wimmern zu hören gewesen. Nachdem die Beamten lautstark auf sich aufmerksam gemacht hatten, öffneten sie die Tür. In der Wohnung sei P. ihnen entgegengekommen und habe überrascht gewirkt. Die junge Frau habe mit geröteten Augen im Bett gelegen. Ein Gespräch mit beiden war mangels Sprachkenntnissen nicht möglich. „Ich habe der Frau mit Gesten und einfachen Worten klargemacht, dass sie mit zur Wache kommen soll. Sie ging sehr unsicher und gebückt“, berichtete eine Polizeibeamtin.

Für die Vernehmung wurden Kollegen aus Bremen geordert, die Polnisch sprechen. Die 22-Jährige ließ sich fünf Stunden von einer Beamtin vernehmen. Sie sagte unter anderem aus, sie habe P. in Polen übers Internet kennengelernt. Er habe dort schon im Gefängnis gesessen. Dagegen soll P. getobt und laut gegen eine Plexiglasscheibe geschlagen haben.

Der Prozess wird am Dienstag, 30. August, um 9.30 Uhr fortgesetzt. Derweil deutete sich an, dass ein Zeuge der Verteidigung Deutschland inzwischen verlassen hat.

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