Beim „Tag der Architektur“ stehen Neubauprojekte in der Überseestadt im Fokus

„Komplexität harmonisiert mit Klarheit“

„The Portment“ heißen die beiden Gebäude im Vordergrund. Die kubischen Baukörper am Europahafen beherbergen 34 Eigentumswohnungen. - Foto: Esser

Bremen - Von Jörg Esser. Die Überseestadt wächst weiter. In die Höhe, in die Breite. Auf nahezu jeder noch freien Fläche. Immer mehr Wohnungen entstehen. Das neue Vorzeigequartier in den alten Hafenrevieren war gestern ein Hauptanlaufpunkt beim „Tag der Architektur“.

„The Portment“ heißt ein Ensemble aus zwei Gebäuden an der Uferpromenade des Europahafens. 34 Eigentumswohnungen, 70 bis 197 Quadratmeter groß, Loggien, Terrassen, große Fensterfronten, helle Räume und so weiter. Die Architekten Wolfgang Hübschen, Marcus Knigge und Patrick Denker haben die Gebäude entworfen und sich in einem Wettbewerb durchgesetzt. Bauherr ist das Bremer Unternehmen Weser-Wohnbau. „Komplexität harmonisiert mit Klarheit“, werben Architekten und Kataloge.

Von Understatement ist die Rede, von „ausgeprägter Stilsicherheit“ und einem inspirierenden Ambiente. Architekten mögen durchaus blumige, etwas kryptische Formulierungen. Klingt wunderbar. Und so zeigt sich gestern im Gesicht vieler Besucher der Architekturführung ein zufriedenes Lächeln. „Architektur ist reine Gedankenarbeit“, hat es der Architekt Egon Eiermann (der von der Berliner Gedächtniskirche) einmal formuliert.

Was soll’s. „The Portment“ sind zwei kubische Baukörper. Sie fielen durch „hohe Detail- und Materialsorgfalt auf“, heißt es. „Architektur entsteht nach ökonomischen, konstruktiven und funktionellen Gesetzmäßigkeiten“, um Eiermann noch einmal ins Spiel zu bringen.

Der „Tag der Architektur“ will zeitgenössische Projekte einem breiten Publikum zeigen. Das gelingt, das Bremer Angebot ist durchaus vielfältig. Mehrfamilienhäuser an der Marcuskaje in der Überseestadt zählten gestern dazu. Und das „Haus Chapeau“, ein Altbau an der Kornstraße in der Neustadt, dem ein neues Dachgeschoss quasi als Hut aufgesetzt wurde. Und auch das sanierte Backsteingebäude der Union-Brauerei in Walle.

Das im Dezember 2015 fertiggestellte Gebäude gilt als gelungenes Beispiel der Modernisierung und teilweisen Umwidmung. Auf dem Brauereigelände wurde gestern das neue Wandbild „Fassbare Vorgänge“ des Bremer Künstlers Jimmi Paesler eingeweiht.

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