Ein Kommentar zum neuen „Stern“

Macht den Kreisel zur Kreuzung!

Vorrang fürs Fahrrad – das ist am umgebauten „Stern“ deutlich zu erkennen. Autofahrer haben nur noch eine Spur.

Bremen - Ein Kommentar von Thomas Kuzaj. Weiße Linien und rote Flächen – sie fallen beim Blick auf den umgebauten „Stern“ zuerst ins Auge. Mit ihren fast schon überdeutlichen Markierungen wirkt die Anlage wie ein riesiger Spielzeug-Verkehrsübungsplatz. Aber das hier ist kein Spiel. Es ist der pure Ernst des Alltags im Straßenverkehr, in dem es schnell mal zu Konflikten kommt. Etwa in Stresssituationen. Und der Stress am „Stern“, der wird bleiben – trotz des Umbaus.

25.000 motorisierte Fahrzeuge, 5 500 Radfahrer und 430 Straßenbahnen treffen hier in normalen Zeiten täglich aufeinander. Hinzu kommen Fußgänger. Auf sechs Straßen kreuzen sich ihre Wege.

Autofahrer, Radler, Passanten – sie können hier nach wie vor schnell in unübersichtliche Situationen kommen. Selbst dann, wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten, wie es sich Verkehrs-Staatsrätin Gabriele Friderich ja am Dienstag ausdrücklich gewünscht hat.

Thomas Kuzaj

Menschen machen aber eben auch Fehler, bringen dadurch sich und andere in Gefahr. Manche aus Unachtsamkeit, manche aus Rücksichtslosigkeit. Manche aus Gleichgültigkeit, manche aus Versehen – aus welchen Gründen auch immer. Das alles rächt sich im Straßenverkehr schnell. Als großer Kreisverkehr begünstigt der „Stern“ noch immer, dass es zu unübersichtlichen Situationen und Fehlern kommt. Daran hat der 926.000 Euro teure Umbau – zu dem Bremen 224.000 Euro und die Bremer Straßenbahn AG 30.000 Euro beigesteuert haben – nichts geändert.

Im Gegenteil. Gerade für Autos wird es nun enger. Bremen gibt dem Fahrrad ja gerne Vorrang – die roten Wege am Knotenpunkt „Stern“ führen das noch einmal deutlich vor Augen. Wer nun erwartet, dass in Zukunft nennenswert weniger Autos über den „Stern“ fahren, weil es dort nur noch eine Spur für sie gibt, ist allerdings auf dem Irrweg. Mancher mag Autos nicht wollen, aber sie lassen sich nicht wegwünschen. Der engere „Stern“ wird für Staus sorgen – die dann weitere unübersichtliche Situationen mit sich bringen.

Wenn der Umbau den jahrelangen Unfallschwerpunkt „Stern“ nicht entschärft, wird der Kreisverkehr zu einer „ganz normalen Ampelkreuzung“ umgebaut werden müssen, sagte die Leiterin des Amts für Straßen und Verkehr am Rande der offiziellen Freigabe der Kreuzung.

Den 926.000 Euro teuren Umweg hätte Bremen sich auch gleich sparen können. Den Kreisel schon jetzt zur Kreuzung zu machen, wäre der bessere Weg gewesen. Und wohl auch der stressärmere.

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