Urteil nach Messerstichen

Körperverletzung statt Mordversuch: Vier Jahre Haft für Angeklagten

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Der 45-Jährige (rechts) im Landgericht Bremen.

Bremen -  Vier Jahre und zwei Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung – so lautete am Donnerstag das Urteil des Bremer Landgerichts gegen einen 45-Jährigen. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Barbara Lätzel sah es als erwiesen an, dass der Türke mehrmals mit einem Taschenmesser in Tötungsabsicht auf seine 51 Jahre alte Ex-Freundin eingestochen hatte.

Die Frau saß zum Tatzeitpunkt in ihrem Auto, das sie im Bremerhavener Stadtteil Geestemünde geparkt hatte. Bei dem Angriff erlitt die Frau mehrere Schnitt- und Stichverletzungen im Gesicht, am Hals und im Brustbereich.

Ursprünglich war die Tat als versuchter Mord angeklagt, davon rückte das Gericht aber nach der Beweisaufnahme ab. So hatten zwei Frauen die Tat beobachtet und griffen ein. Da hörte der Angeklagte auf, auf die Frau einzustechen, rekonstruierte das Gericht. Das Gericht sah im Verhalten des Mannes einen sogenannten Rücktritt vom Tötungsversuch – und entschied letztlich auf gefährliche Körperverletzung.

Tat zum Auftakt eingeräumt

Der Angeklagte hatte bereits zu Prozessauftakt Anfang Mai eingeräumt, auf seine Ex-Freundin eingestochen zu haben. In seiner Erklärung hieß es allerdings, er habe darauf geachtet, nicht zu tief zuzustechen. Er habe seiner Ex-Freundin einen „Denkzettel“ verpassen wollen, weil sie sich von ihm getrennt hatte, sagte der 45-Jährige damals. 

Auch das Gericht nannte als Motiv Eifersucht. Bereits vor der Tat im November 2017 hatte sich der Mann trotz mehrerer Verfügungen nach dem Gewaltschutzgesetz seiner ehemaligen Lebensgefährtin genähert, sie wiederholt angeschrieben und bedroht. Ein psychiatrischer Gutachter erkannte beim Angeklagten aufgrund einer starken Depression die verminderte Schuldfähigkeit.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten plädiert, allerdings wegen versuchten Mordes. Die Verteidigung forderte maximal zwei Jahre Gefängnis.

ko

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