Ein „König“ auf dem Freimarkt

Jürgen Drews, Klaus & Klaus und Malle-Jens sorgen für ein volles Hansezelt

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Jürgen Drews ist der „König von Mallorca“. Und hielt jetzt Hof im Hansezelt auf dem Freimarkt. Zwei blonde Tänzerinnen sorgten für optische Farbtupfer in der Schlagernacht. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Jürgen Drews kommt spät, aber er kommt, und zwar extra aus Berlin nach Bremen auf den Freimarkt. Zuvor hat der „König von Mallorca“ noch an einer Talk-Show teilgenommen. Die Zuschauer im rappelvollen Hansezelt sind nach drei Stunden Bühnenprogramm munter und warm, als Drews als Programm-Höhepunkt und als Schlussakkord auftritt.

Die erste Nummer: „Ich schenk Dir einen Regenbogen“. Lässig stellt Drews das Gesangsmikro auf die richtige Höhe ein und los geht es. Die Musik zum Gesang wird eingespielt. Dennoch kommt der Star mit einer Gitarre auf die Bühne. Die dringt zwar nicht durch. Aber Drews fühlt sich so sichtlich wohl, während er singt und spielt.

„Onkel Jürgen“ erzählt von seiner neuen Platte. Dort seien viele alte Songs in neuen Versionen drauf. Einen gänzlich neuen Song stellt er vor. Der stolze Titel: „Oh Ho. Schalalalala – Das beste Lied der Erde“. Das hat nicht viel Text, bringt aber viel Stimmung. Der Grund ist der leicht mitzusingende Refrain aus Stimmungsworten „Oh Ho. Schalalalala. Döp, döp, döp, döp.“ Gefolgt von den Worten „Und gleich nochmal von vorn“. Die Zuhörer machen mit. Drews hält sein Mikro vor die Bühne. Jemand singt hinein. „Du bist engagiert“, sagt er. Der Star ist zufrieden mit der Wirkung des neuen Songs: „Das sing‘ ich, bis ich sterbe.“ Es folgen „Von Null auf hundert“ und „Wieder alles im Griff“. Natürlich fehlt auch der Klassiker „Ein Bett im Kornfeld“ nicht. Das Publikum bekommt mehrere Zugaben.

„Wir machen den Scheiß jetzt alleine“

„Klaus & Klaus“ beginnen zuvor ihr Set seemännisch und frech mit der frischen Single „Piraten“ zu der Melodie von „I’m gonna be“ von der schottischen Band „The Proclaimers“. Straffe Beats und viel Mitsing-Potenzial – das kommt an. Das Outfit passt zum Programm. Klaus Baumgart kommt mit einem roten, goldbestickten Mantel. Ein Anblick zwischen Zirkusmoderator und Kapitän. Der in den 90ern hinzugekommene zweite Klaus (Claas Vogt) wirkt mit seinem weißen Matrosenanzug wie ein Schiffsjunge.

Wie auch die anderen Acts kommen Klaus & Klaus mit zwei Tänzerinnen. Passend zu der folkloristisch norddeutsch angehauchten Schlagermusik tragen diese etwas traditionellere Kostüme: Stoffblumen vor der Stirn, weiße Seide an den Armen und Umhänge mit Blumenmustern. Der Tanz wirkt schunkeliger, insbesondere der Hit „An der Nordseeküste“ stellt besondere Anforderungen. 

Party im Hansezelt mit Jürgen Drews, Klaus & Klaus und „Malle-Jens“

„Herr Kapellmeister“ – so nennt Jens Büchner den Mann an den Tonreglern, der die Musik für seinen Auftritt einspielt. Und eines macht „Mallorca-Jens“ gleich klar: Er ist Werder-Fan. Das hebt trotz der Bremer Fußballmisere die Stimmung. Büchner kann sehr deutlich sein. Zwist nimmt ihm offensichtlich nicht die Stimmung. „Im Dschungelcamp hatte ich mal einen großen Bruder. Der hat sich verpisst. Was soll’s. Wir machen den Scheiß jetzt alleine“, sagt er, bevor er „Großer Bruder“ singt.

Während die Stimmung vor der Bühne kocht, wird in den hinteren Reihen genüsslich aus den Gläsern geschlürft. Susanne aus Bremen mag die Atmosphäre. „Die Musik spielt keine besondere Rolle. Irgendwie ist jeder Auftritt schön“, sagt sie. Die Friseurin will bis 23 Uhr bleiben, dann geht es aber gleich nach Hause. „Das soll ja morgen Früh keinen schrägen ersten Haarschnitt geben.“ Neben ihr hat eine Frau eine Pyramide aus zahlreichen Jägermeister-Fläschchen gebaut.

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