Bremer Start-up „Hadello“ kämpft gegen Lebensmittelverschwendung

Kochtopf statt Tonne

Das Logo steht. Jetzt braucht Hadi El-Sabbagh vor allem finanzielle Unterstützung, um den Lieferdienst „Hadello“ ins Leben rufen zu können.
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Das Logo steht. Jetzt braucht Hadi El-Sabbagh vor allem finanzielle Unterstützung, um den Lieferdienst „Hadello“ ins Leben rufen zu können.

Bremen – Die Tomate ist nicht rot genug, die Kartoffel zu klein, der Kürbis hat Dellen – und schon landet Essen in der Tonne, weil es eben nicht der gängigen Norm entspricht. Zahlreiche Initiativen stemmen sich bereits seit Jahren gegen Lebensmittelverschwendung, doch „Hadello“ möchte einen Schritt weiter gehen. Das vom Bremer Hadi El-Sabbagh ins Leben gerufene Start-up will nicht nur das „hässliche“ Obst und Gemüse abfangen und zubereiten, die Speisen sollen auch bis vor die Haustür geliefert werden.

Eimer um Eimer schmiss Hadi El-Sabbagh weg, dabei waren die Lebensmittel alle noch genießbar. Eimer um Eimer landete in der Tonne, dabei hätten die Speisen hungrige Mägen füllen können. „Das war schlimm“, sagt der 21-Jährige und erinnert sich an eine seiner Aufgaben während eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in einem Pflegeheim zurück. Dann kam ihm die Idee, die ihn bis heute nicht loslässt – und ihn dazu brachte, „Hadello“ zu gründen. „Hadello“, abgeleitet von seinem Vornamen Hadi, will einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln fördern und gleichzeitig soziale Verantwortung tragen, sagt der 21-jährige Informatik-Student.

Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel werden Jahr für Jahr in Deutschland vernichtet, ein entscheidender Teil davon, weil sie eben nicht den optischen Anforderungen der Supermarkttheken entsprechen. Qualitativ würde es jedoch überhaupt keinen Unterschied zum „schönen“ Pendant geben. „Sie sind eben einfach nur etwas hässlich, schmecken aber genauso gut“, sagt El-Sabbagh. Und da setzt seine Idee an, sagt er: Der Lieferdienst „Hadello“ will die etwas aus der Form geratenen Lebensmittel abfangen, zubereiten und nach Hause liefern. Um seine Idee auf die Beine stellen zu können, braucht Hadi El-Sabbagh jedoch Unterstützung. Über die Crowdfunding-Seite „Startnext“ sammelt der Bremer noch bis zum 29. Dezember Geld für das Projekt. Kommen 6 100 Euro zusammen, wäre das erste Etappenziel, die nötige Küche mit ersten Utensilien auszustatten, erreicht, sagt er.

Werden es sogar 10 000 Euro, würde er die Lieferanten mit Fahrrädern und speziellen Lieferboxen ausstatten können. Erreiche das Vorhaben die nötige Summe nicht, bekämen alle Spender ihr Geld zurück.

Die Speisekarte, die feste Gerichte beinhaltet, sich aber auch nach den jeweils aktuell vorrätigen Waren richten soll, steht bislang nicht, da er diese zusammen mit dem zukünftigen Koch ausarbeiten möchte.

Was aber feststeht: „Es wird ausschließlich vegane Gerichte geben und die Zutaten kommen zum Großteil aus der Region“, sagt El-Sabbagh und kann dabei zumindest potenziell auf große Mengen an Obst und Gemüse hoffen. Von den zwölf Millionen Tonnen Lebensmitteln, die deutschlandweit jährlich in der Tonne landen, machen diese statistisch immerhin etwa 38  Prozent aus. Erste Gespräche mit Biogroßhandel und Wochenmärkten seien positiv verlaufen. Interesse, die nicht genutzten Lebensmittel abzugeben, sei vorhanden.

Jetzt braucht es neben Geld auch noch mindestens einen Koch und Fahrer, deren Stellen möglichst mit Flüchtlingen besetzt werden sollen. „Mir ist der soziale Aspekt von ,Hadello‘ sehr wichtig, deswegen suche ich vorrangig geflüchtete Menschen.“ Und es braucht eine Küche, nach der die Suche bislang erfolglos blieb. Etwa 80 Quadratmeter solle sie haben und relativ zentral in Bremen gelegen sein, sagt El-Sabbagh. Lässt sich all das finden, könnte Bremen bereits im März, spätestens im Mai 2021 um einen Lieferdienst reicher sein.

Weitere Infos unter:

www.startnext.com/hadello-lieferservice-mit-sozi

Von Steffen Koller

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