„Auf einen Espresso“ mit Michael Frenz, Präsident der Architektenkammer

Kochen „hart am Wind“

Das Kochen und das Schnippeln sind für den Architekten Michael Frenz pure Entspannung. ·
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Das Kochen und das Schnippeln sind für den Architekten Michael Frenz pure Entspannung. ·

Bremen - Von Ilka LangkowskiEr ist bei städtischen Bauentscheidungen dabei: Michael Frenz, Präsident der Architektenkammer. Die kümmert sich als Körperschaft des öffentlichen Rechts um die Förderung der Baukultur, den Städtebau und die Landschaftspflege.

„Das Knifflige an meiner Arbeit ist es, die Arbeit anderer Kollegen zu beurteilen“, sagt Frenz. Die Vorstellungen von Gestaltung seien sehr individuell, und so gebe es auch mal Empfindlichkeiten. Und er selbst müsse ordentlich Kritik einstecken. „Dafür bekommt man aber ganz Tolles wieder“, sagt Frenz. „Man ist am Puls der Stadt und in deren Gestaltung involviert. Das ist ein großes Privileg.“

Der seit 23 Jahren selbstständige Architekt hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. In der Hand hält er ein imposantes Küchenmesser. „Kochen ist mein Hobby und meine Entspannung an den Wochenenden, wenn ich damit Gemüse und Fleisch schneide“, sagt Frenz. Die scharfe Klinge begleitet ihn schon lang. Wenn man das Schnippeln beherrscht, sagt der 53-Jährige, dann geht das nicht nur schnell, sondern ist auch sehr meditativ. Die totale Entspannung ist es für ihn, an einem Freitagabend Sport zu treiben und dann in einem Kochbuch zu schmökern.

In zwei Freundeskreisen pflegt Frenz das gemeinsame Kochen. Zum einen sind es befreundete Marathonläufer, zum anderen ein paar Weinspezialisten. Beides lasse sich gut mit gutem Essen verbinden. Um Platz zu haben, ist Frenz’ Küche immer gut aufgeräumt. „Das ist die Königsdisziplin“, sagt er. Am liebsten mag er es, wenn alle Zutaten schon fertig geschnitten und bereit für den Einsatz sind. Wenn dann Gäste in die Wohnküche kommen, es toll riecht und alles brutzelt – dann ist das „hart am Wind“.

Der Architekt überlegt laut, ob die Freude am Kochen vielleicht erblich ist. „Ist es schlimm, wenn ich Soßenkoch werde?“, habe er als junger Steppke seine Mutter, eine begnadete Köchin, gefragt, und auch sein eigener Sohn kocht gern. Frenz selbst bereitet am liebsten Schmorgerichte zu – alles in einem Topf schmoren lassen und mit einem schönen Rotwein servieren. Dann trinke selbst seine Frau einen Bordeaux, was sie sonst nie tue.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Frenz: Es ist meine Heimat, wo ich mich sauwohl fühle. Ich bin in Bremen geboren, war zwischendurch in Kiel und München. Dies ist genau mein Maßstab, meine Körnung. Es gibt nichts Schöneres, als abends aus der Böttcherstraße zu kommen und über den Marktplatz zu gehen. Da kriegt man eine Gänsehaut, oder? Hier kennt jeder jeden. Hier darf man sich nichts erlauben, sonst ist man verbrannt in dieser Stadt. Deswegen benehmen sich die Leute.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Frenz: Marktplatz, Bürgerpark, Kunsthalle.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Frenz: Die besagten Orte. Außerdem suche ich die Dissonanzen, wie beispielsweise die Kirche aus den 50er Jahren im wunderschönen Park am Diako in Gröpelingen. Geht man hinein, spürt man, dass etwas anders ist. Dort ist alles aus den 50ern. Da wurde maximal mal eine Glühbirne ausgetauscht.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Frenz: Weiß nicht. Ich kann mit Haustieren nicht so viel anfangen. Vielleicht mein Sternzeichen Löwe.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Frenz: Ich würde mir mit meiner Frau einen schönen Tag machen. Vielleicht würden wir etwas Neues entdecken gehen oder gucken, wo es eine tolle Kunstausstellung gibt, und dann in den Zug springen – zum Beispiel nach Berlin zu Gerhard Richter oder nach Köln.

Was macht Sie schwach?

Frenz: Rotwein, gutes Essen und gute Schuhe.

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