Huchting: Affenbaby von der Mutter verstoßen / Aufzucht mit Fläschchen

„Knuppy“ rührt die Herzen

Renate Anders gibt dem Gibbon-Baby „Knuppy“ im Zoobereich des Huchtinger Gartencenters „Vida“ die Flasche. Bei dem vor etwa drei Monaten geborenen Weißhandgibbon handelt es sich bereits um die achte Nachzucht dieser Menschenaffen in dem Kleinzoo. Für die Mutter von „Knuppy“ war es die erste Geburt. ·
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Renate Anders gibt dem Gibbon-Baby „Knuppy“ im Zoobereich des Huchtinger Gartencenters „Vida“ die Flasche. Bei dem vor etwa drei Monaten geborenen Weißhandgibbon handelt es sich bereits um die achte Nachzucht dieser Menschenaffen in dem Kleinzoo. Für die Mutter von „Knuppy“ war es die erste Geburt. ·

Bremen - Von Nina SeegersEine lange Hofeinfahrt führt zum Eingang des Gartencenters „Vida“ im Bremer Stadtteil Huchting. Schon draußen wird man von plätschernden Brunnen, Gartenmöbeln, Skulpturen und Pflanzen empfangen. Bekannt ist das 12 000 Quadratmeter große Center aber vor allem für seinen kleinen Zoo. Besondere Attraktion ist hier gegenwärtig ein kleines Affenbaby namens „Knuppy“.

Der inzwischen dreieinhalb Monate alte Weißhandgibbon wurde nach der Geburt von seiner Mutter verstoßen. Deshalb spielt jetzt Renate Anders (58), die das Center zusammen mit ihrem Lebensgefährten Josef Vida (67) betreibt, die Ersatz-Mami.

Für die Mutter von „Knuppy“ war es die erste Geburt. Bei den ersten Zoogeburten bei Gibbons kommt es häufig vor, dass die Muttertiere ihr Junges nach ein paar Tagen verstoßen.

Während Anders hinter der Kasse steht und Kunden bedient, turnt „Knuppy“ entweder an den Holzstangen über seinem Laufstall oder hängt im Arm seiner Ziehmutter. „Knuppy“ ist sehr anhänglich, braucht viel Zuwendung und Aufmerksameit. Alle drei Stunden gibt Anders dem kleinen Affenbaby das Fläschchen – auch nachts.

„Knuppy“ bringt die Herzen der Kunden zum Schmelzen, wenn er sie mit seinen großen Kulleraugen und in seinem kleinen Pullover, der in Wirklichkeit eine Socke ist, so anblickt. „‚Knuppy‘ ist ist für sein Alter sehr dominant und äußerst schlau. Er kann sich sogar schon allein den Schnuller in den Mund stecken“, erzählt Josef Vida stolz.

Wenn das kleine Äffchen etwa ein Jahr alt ist und feste Nahrung zu sich nehmen kann, soll es zurück ins Gehege zu seinen Eltern, dem 38-jährigen „Buby“ und der neunjährigen „Lucy“ – vorausgesetzt, dass die ihn bei sich wieder aufnehmen. Sonst muss „Knuppy“ in ein Extra-Gehege ziehen und bekommt einen anderen Gibbon-Gefährten zur Seite gestellt. „Alleine können Affen nicht leben, das wäre Tierquälerei“, erklärt Vida.

Er und seine Lebensgefährtin haben das Center mit einer großen Edelsteinabteilung und dem Zoo vor 33 Jahren errichtet. Damals lebten hier noch viel mehr Tiere – 270 an der Zahl, darunter Löwen und Elefanten. Heute sind es noch 80 Tiere. Ende der 90er Jahre mussten Vida und Anders aus finanziellen und aus Altersgründen einen Gang runterschalten. Denn bis auf eine Aushilfe kümmern sie sich um das gesamte Areal und die Tiere allein – ein Fulltime-Job, sieben Tage die Woche. Aber auch, wenn der private Zoo in den vergangenen zehn Jahren geschrumpft ist, einen Besuch ist er wert. Neben den Gibbons leben dort nämlich auch noch sechs Javaneraffen, ein knapp fünf Meter lange Tigerpython, verschiedene Papageienarten, sprechende und singende Beos und Nandus, um nur einige zu nennen.

· Der Eintritt für den Zoo kostet für Erwachsene drei Euro und für Kinder 1,25 Euro. Die Preise können mit einem Einkauf im Gartencenter verrechnet werden. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, sonnabends von 9 bis 13 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12 Uhr (dann findet aber kein Verkauf statt).

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