Operationen verschoben

Stromausfall im Links der Weser: Trafostationen kapitulieren vor Hitze

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Die Feuerwehr ist vor Ort.

Die Hitze fordert ihren Tribut: Aufgrund der hohen Temperaturen von mehr als 38 Grad sind am Donnerstag mehrere Trafostationen auf dem Gelände des Klinikum Links der Weser (LdW) überhitzt und ausgefallen.

Bremen - Die Folge: Die Feuerwehr rückte an und kühlte insgesamt drei Stationen runter – das Krankenhaus musste zwischenzeitlich auf ein Notstromaggregat zurückgreifen. Bereits am Vormittag kam es im Gebäude zu „leichten Spannungsschwankungen“, berichtete Klinik-Sprecher Rolf Schlüter. Als am frühen Nachmittag die Sensoren der Trafostationen Alarm schlugen, trat automatisch ein Einsatz- und Notfallplan in Kraft, so Schlüter. Heißt: 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr, Mitglieder des Technischen Hilfswerks und zahlreiche Polizeibeamte eilten nach Kattenturm, riegelten das Gelände ab und kühlten die Trafostationen mittels Hochleistungslüftern runter. 

OPs werden bis zum Wochenende nachgeholt

Gegen 15.30 Uhr hatten die Einsatzkräfte die Umspannstationen weitestgehend abgekühlt und vermeldeten „Normalbetrieb“ – ein Großteil der Feuerwehrleute rückte ab. Ein Teil blieb noch vor Ort. „Reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte ein Feuerwehrmann dazu. Der Klinikalltag wurde durch den Stromausfall kaum beeinträchtigt, machte Chefarzt Dr. Thomas Augenstein klar. Etwa 75 bis 80 Prozent der geplanten Operationen seien am Donnerstag durchgeführt worden, darunter eine dringende Herz-OP. „Mehrere kleine Operationen“, so Augenstein, wurden verschoben, ein Großteil sollte noch am Donnerstag kompensiert werden. „Bis zum Wochenende werden wir dann alle OPs nachholen“, versicherte der Chefarzt. 

Stromausfall: „Kurzes Flackern“ wahrgenommen

In den Operationssälen und der Intensivstation hätten die Mediziner „überhaupt nichts gemerkt“, sagte Augenstein. Dort hätten die Mediziner lediglich ein „kurzes Flackern“ wahrgenommen. Patienten seien zu „keiner Zeit“ gefährdet gewesen. Das Klinikum wird durch zwei Stromsysteme versorgt: Zum einen durch das externe Netz des städtischen Stromversorgers SWB, zum anderen durch das interne. Fällt das externe Netz aus, springt das System automatisch in den Notfallmodus und stellt sicher, dass zumindest eine Grundbeleuchtung, die OP-Säle und die Intensivstation mit Strom versorgt sind, schilderte Sprecher Rolf Schlüter. Mindestens 24 Stunden, so die gesetzliche Vorgabe, müsse ein Krankenhaus durch ein Diesel-Aggregat versorgt werden können. Für gut 35 Stunden sei Diesel vorrätig, ergänzte ein Klinik-Techniker. 

Hitze hinterlässt Spuren auf der A1

Etwa 27.000 Patienten wurden 2018 am Klinikum versorgt, mehr als die Hälfte davon kommt aus dem Umland. Und die Hitze hinterließ auch an anderen Stellen ihre Spuren. So heizte sich der Asphalt auf der Autobahn 1 in Richtung Osnabrück zwischen den Anschlussstellen Hemelingen und Arsten so sehr auf, dass der Hauptfahrstreifen an der Weserbrücke gesperrt werden muss. Am Montag, 29. Juli, ab 21 Uhr sollen dort die notwendigen Arbeiten beginnen. 

Bis Dienstagfrüh steht dann nur eine Fahrspur zur Verfügung, hieß es vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV). Damit nicht genug, haben sich auch erste Blaualgen in Bremer Gewässern ausgebreitet. Im Stadtwaldsee (Unisee) und im Waller Feldmarksee wurden erhöhte Werte festgestellt, bedenklich seien diese aber nicht, hieß es vom Umweltressort. Die Seen sind weiterhin zum Baden freigegeben.

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