Klinikum Bremen-Mitte mit zertifiziertem Onkologischen Zentrum

Gemeinsam gegen Krebs

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Oberarzt Dr. Matthias Bormann (v.l.), Zentrumsleiter Prof. Bernd Hertenstein, HNO-Spezialist Prof. Andreas Naumann sowie Krebspatient Uwe Schwarze.

Bremen - Nach monatelangen Vorbereitungen und einer Menge Arbeit ist es nun geschafft: Das Klinikum Bremen-Mitte hat ein zertifiziertes Onkologisches Zentrum nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft. Damit befindet sich nach Angaben des Klinik-Verbundes Gesundheit Nord (Geno) an der St.-Jürgen-Straße nun das erste und einzige durch die Krebsgesellschaft zertifizierte onkologische Zentrum in Bremen.

„Über diese Auszeichnung freuen wir uns sehr“, sagte Prof. Dr. Bernd Hertenstein, Leiter des onkologischen Zentrums. „Sie bestätigt uns, dass wir Krebspatienten in jeder Phase ihrer Erkrankung eine optimale Behandlung ermöglichen.“

Rund 1 300 neu an Krebs erkrankte Patienten werden jedes Jahr im Klinikum Mitte behandelt. Einer von ihnen war Uwe Schwarze. Der heute 65-Jährige aus der Nähe von Osnabrück wurde vor rund zwei Jahren von seinem niedergelassenen Arzt an das Klinikum Mitte überwiesen. Eine hartnäckige Heiserkeit hatte ihn misstrauisch werden lassen. Der Verdacht sollte sich bestätigen: Prof. Andreas Naumann, Klinikdirektor der HNO-Klinik in Mitte, entdeckte einen großen Tumor im Kehlkopf des Patienten. Er entfernte den kompletten Kehlkopf.

Fachübergreifende

Tumorkonferenz

„So wie alle Fälle, haben wir auch den von Uwe Schwarze in unserer fächerübergreifenden Tumorkonferenz besprochen“, berichtet Naumann. Die fachübergreifenden Tumorkonferenzen, in der zweimal pro Woche alle Spezialisten zusammen kommen, sind den Angaben zufolge ein entscheidender Bestandteil im Konzept des Onkologischen Zentrums. „Alle Fälle werden hier besprochen“, heißt es. Je nach Bedarf werden Psychoonkologen, Ernährungsberater, Physiotherapeuten oder weitere Fachleute in die Behandlung mit einbezogen. Im Fall von Schwarze wurden sehr früh die Logopäden involviert. Auch psychoonkologische Betreuung habe der Patient bekommen, so Naumann.

Die Behandlung von Krebserkrankungen sei schon lange ein großer Schwerpunkt des Klinikums Mitte, sagte eine Geno-Sprecherin. Dort werden alle Tumorerkrankungen – einschließlich der seltenen Tumoren – diagnostiziert und behandelt. Dazu gehören Tumoren der Speiseröhre, des Magens, des Kopfes und des Kehlkopfes, der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege sowie urologische und gynäkologische Tumoren. Auch Leukämien, Lymphome und Myelome gehören zu den Schwerpunkten.

In den vergangenen Jahren sind bereits mehrere Organzentren des Klinikums durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert worden – beispielsweise das Brustzentrum, das Prostatakarzinomzentrum oder das Kopf-Hals-Tumorzentrum. Gemeinsam mit speziellen Behandlungs- und Diagnostikbereichen bilden sie heute die Bausteine des Onkologischen Zentrums. Dazu kommen mehr als 20 externe Kooperationspartner wie Hospize, Praxen und auch Hersteller von Prothesen, mit denen das Zentrum eng zusammen arbeitet.

Zu Selbsthilfegruppen und niedergelassenen Ärzten halten die Spezialisten den Angaben zufolge ebenfalls engen Kontakt. Und auch die Patienten, die gesund entlassen werden, kommen regelmäßig zu Nachsorgeuntersuchungen ins Zentrum. So wie Uwe Schwarze. Trotz der Entfernung seines Kehlkopfes kann er mit Hilfe eines von Naumann implantierten Stimmventils wieder sprechen. Diese Umstellung hat er nach eigenen Worten gut bewältigt, heute geht es ihm wieder gut.

gn

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