Umzug beginnt in der nächsten Woche

Klinik-Neubau eingeweiht: 818 Betten auf 16 Stationen

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Der historische Eingang an der St-Jürgen-Straße, der jahrelang geschlossen war, ist nun der neue Eingang des Klinikums Mitte. Am Freitagabend ist der 400 Millionen Euro teure Teilersatzneubau eingeweiht worden. 

Bremen - Noch fehlen die Patienten. Noch. In wenigen Tagen soll der Umzug beginnen. Dann wird der Teilersatzneubau des Klinikums Bremen-Mitte mit klinischem Leben gefüllt und seinen Betrieb aufnehmen. Am Freitagabend wurde das neue Krankenhaus mit einem Festakt und 300 Gästen offiziell eingeweiht. „Der Neubau ist ein sichtbares Bekenntnis zu seinen kommunalen Kliniken“, sagte Bürgermeisterin und Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne).

400 Millionen Euro hat der Bau nach aktuellen Zahlen gekostet. Beim Spatenstich vor ziemlich genau acht Jahren (am 9. Mai 2011) sind 230 Millionen Euro veranschlagt worden. Aber seinerzeit war auch von einer Eröffnung im Jahr 2014 die Rede. Shit happens. Es ist viel schiefgelaufen bei dem Großprojekt. Gravierende Probleme gab es, weil das Wasser knöcheltief im Keller stand, die Lüftung ausgebessert werden musste, ein Kabelbrand zu Zeitverzögerungen führte. Und es gab immer wieder Ärger mit den Generalplanern.

Doch das ist Geschichte. „Das neue, moderne Klinikum Bremen-Mitte stärkt Bremens Funktion als Oberzentrum für die medizinische Versorgung“, sagte Linnert. „Heute ist ein großer Tag für Bremen“, sagte Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD). Ein wichtiges Großprojekt und damit einer der größten Klinikneubauten der vergangenen Jahre in Deutschland. werde abgeschlossen. „Für die Gesundheitsversorgung in Bremen ist die Eröffnung ein Meilenstein.“

„Hier ist etwas richtig Gutes entstanden“

„Hier ist etwas richtig Gutes entstanden“, betonte Projektleiter Klaus Beekmann. „Es gibt im Haus klare Strukturen und beste Voraussetzungen für einen optimalen Krankenhausbetrieb.“ Und Jutta Dernedde, Geschäftsführerin Medizin der kommunalen Krankenhaus-Holding Gesundheit Nord (Geno), ergänzte: „Es ist ein Krankenhaus entstanden, das das passende Umfeld und optimale Bedingungen für die hochmoderne Medizin und Pflege bietet.“

Weg von den schönen Worten, hin zu den Fakten: Der sechsgeschossige Neubau aus dunkelroten Klinkern und heruntergezogenen Glasfronten erstreckt sich entlang der Bismarckstraße über vier Gebäude mit „vier hervorstehenden Gesundheits-Zähnen“. Der weitläufige Klinik-Campus zwischen St.-Jürgen-Straße, Bismarckstraße und Friedrich-Karl-Straße mit seinen verstreuten Gebäuden schrumpft von 20 Hektar auf sechs Hektar Fläche zusammen – das sind umgerechnet immer noch acht Fußballfelder.

Lächeln für die Fotografen: Jutta Dernedde (v.l.), Manfred Kölsch (Betriebsrat Klinikum Mitte), Karoline Linnert, Klinik-Chefin Daniela Wendorff, Eva Quante-Brandt, Architekt Michael Ludes und Klaus Beekmann (Geno). 

Das Herz der Klinik schlägt im Inneren. Das Krankenhaus ist ein „Maximalversorger“. 2700 Mitarbeiter versorgen und behandeln in 25  Fachkliniken nahezu alle Erkrankungen. Es gibt ein Onkologisches Zentrum für Krebspatienten, ein überregionales Traumazentrum für Schwerstverletzte und eine überregionale Schlaganfallversorgung. Pro Jahr sollen im Klinikum mehr als 50.000  Patienten behandelt werden, etwa die Hälfte kommt aus dem Umland. Der Empfangsbereich im Erdgeschoss ist eine lange Magistrale. Es gibt überall weitläufige Gänge. Und es gibt 4500 Räume, davon gut 400 Patientenzimmer. Mit je zwei Betten, 22  Quadratmeter groß. Jedes Zimmer ist mit eigenem Bad, „Cockpits“ an den Betten, von denen aus etwa der eigene Fernseher gesteuert wird, tiefen Fenstern sowie einem Safe für jeden Patienten ausgestattet. Die Stationen haben Lokalkolorit. Sie tragen bremische Namen – Werder, Humboldt, Hanse, Kogge, Blockland, Bürgerpark, Roland, Böttcher und Marktplatz.

Rohrpostanlage für Blutkonserven

818 Betten wird es auf den 16 Stationen im Neubau geben. Und: 10.000 medizinische Geräte, fünf Technikzentralen, 22  OP-Säle, sieben Institute, eine Intensivstation mit 36 Plätzen, einen zentralen Aufwachraum mit 30 Betten sowie Operationstische, die für Patienten mit einem Gewicht von bis zu 380  Kilo geeignet sind.

Eine Rohrpostanlage schleust das Blut minutenschnell übers Klinikgelände – von der Blutdatenbank an der Friedrich-Karl-Straße bis hinein in die Fachkliniken im Neubau.

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