Studentenaustausch: 50 chinesische Musiker erkunden Bremen

Ein kleines Abenteuer

Knapp 50 Studenten aus China sind zur Zeit mit dem „Orchestra of Chinese Folk Music“ in Bremen zur Gast und geben zusammen mit dem Chor der Universität Bremen morgen Abend ein Konzert in der Liebfrauenkirche. ·
+
Knapp 50 Studenten aus China sind zur Zeit mit dem „Orchestra of Chinese Folk Music“ in Bremen zur Gast und geben zusammen mit dem Chor der Universität Bremen morgen Abend ein Konzert in der Liebfrauenkirche. ·

Bremen - Von Nina SeegersKnapp 50 junge Musiker der „Ocean University of China“ sind im Rahmen eines Studentenaustausches zur Zeit in Bremen zu Gast und geben gemeinsam mit dem Chor der Universität Bremen Konzerte in der Hansestadt. Die Chinesen im Alter von 19 und 20 Jahren sind alle zum ersten Mal in Deutschland, viele von ihnen haben China überhaupt noch nie verlassen. Ihr fünftägiger Besuch ist für sie deshalb wie ein kleines Abenteuer.

„Ich bin total begeistert von Deutschland, die Leute hier sind alle so freundlich, die Gebäude in der Stadt sehen toll aus, und die Luft hier ist so schön frisch“, erzählt Jun auf Englisch. Die 19-Jährige spielt Cello, in China ein eher untypisches Instrument. Die meisten ihrer Kommilitonen spielen in dem „Orchestra of Chinese Folk Music“ nämlich traditionell chinesische Instrumente. Die „Erhu“ zum Beispiel ähnelt einer Geige, hat aber nur zwei Saiten, die „Pipa“ ist mit einer Laute vergleichbar, und die „Zheng“ ist so etwas ähnliches wie eine Zither.

Jun spielt schon Cello seit sie ein kleines Mädchen ist, nun hat sie gerade ihr Musikstudium in Qingdao, eine Stadt im Osten Chinas mit rund vier Millionen Einwohnern, begonnen. „Qingdao ist knapp 2 000 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt, meine Eltern vermisse ich schon jetzt, denn ich kann sie höchstens zweimal im Jahr besuchen“, sagt sie. Trotzdem gefällt ihr das Uni-Leben und die Stadt. Schließlich liegt Qingdao direkt an der Küste, heißt übersetzt so etwas wie „Grüne Insel“ und ist für die Chinesen ein beliebter Tourismusort. Ihr Kommilitone Xiaoyang, der der Konzertmeister des Orchesters ist, erzählt: „Wir wohnen auf dem Campus und teilen uns jeweils zu fünft ein etwa 20 Quadratmeter großes Zimmer. Nach den Vorlesungen üben wir täglich mehrere Stunden auf unseren Instrumenten.“ Für Hobbys oder Freizeit sei nur wenig Zeit. „Lernen und Studieren ist sehr wichtig in China“, fügt Xiaoyang hinzu.

In Bremen genießen die jungen Leute ihre Freizeit und saugen die fremden Eindrücke förmlich in sich auf. Am Donnerstag wurden sie bereits im Rathaus empfangen, haben die Innenstadt besichtigt, waren shoppen, haben den Campus der Universität Bremen erkundet und schon zwei Konzerte gegeben. Während ihres Bremen-Besuchs sind sie bei Studenten des Uni-Chors untergebracht. Dr. Susanne Gläß, Musikdirektorin der Universität Bremen, weiß, dass das chinesische Orchester stark besetzt ist. „Es ist eine seltene Gelegenheit, ein solches Ensemble in Bremen live zu erleben“, sagt sie. Im Zeichen des kulturellen Austausches ist Gläß mit dem Chor der Universität Bremen auch zwei Wochen lang in China zu Gast. Zwei chinesische Lieder hat der Uni-Chor bereits einstudiert.

Morgen, Sonntag, um 19 Uhr geben das chinesische Orchester, der Chor und das Orchester der Universität Bremen unter dem Tiel „Brahms meets China“ ihr letztes gemeinsames Konzert in der Liebfrauenkirche. Der Eintritt ist frei. Am Wochenende 29./30. Juni, jeweils um 19 Uhr im GW1-Hörsaal der Uni, präsentiert der Uni-Chor sein Programm „Uni-Chor goes China“. Eintritt: 15 Euro (ermäßigt acht).

http://www.orchester-und-chor.uni-bremen.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt

Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt

Spanien: Wo Formentera sogar Mallorca schlägt - und wo nicht

Spanien: Wo Formentera sogar Mallorca schlägt - und wo nicht

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Meistgelesene Artikel

Bremer Bubi-Bande bedroht Frau mit Behinderung mit Pistole

Bremer Bubi-Bande bedroht Frau mit Behinderung mit Pistole

Bremer Bubi-Bande bedroht Frau mit Behinderung mit Pistole
Nach Bombenfunden: Bahn muss Strecke zwischen Bremen und Hannover sperren

Nach Bombenfunden: Bahn muss Strecke zwischen Bremen und Hannover sperren

Nach Bombenfunden: Bahn muss Strecke zwischen Bremen und Hannover sperren
Endlich wieder Kino gucken!

Endlich wieder Kino gucken!

Endlich wieder Kino gucken!
Bremen: Auto prallt frontal in Lastwagen – Mann schwer verletzt

Bremen: Auto prallt frontal in Lastwagen – Mann schwer verletzt

Bremen: Auto prallt frontal in Lastwagen – Mann schwer verletzt

Kommentare