„Be Magics“: Eine Basketballmannschaft mit geistig Behinderten

Kleine Schritte zum Erfolg

Die „Be Magics“ am Ball. ·
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Die „Be Magics“ am Ball. ·

Bremen - Von Nina SeegersDie „Be Magics“ sind ein Baketballteam mit geistig Behinderten der Stiftung Friedehorst in Lesum. In der Sporthalle auf dem Gelände der ehemaligen Wilhelm-Kaisen-Kaserne trainieren die Spieler (17 bis 46 Jahre alt) derzeit besonders hart, denn Ende Mai stehen die „Special Olympics“ in München an, die nationalen Sommerspiele für Menschen mit geistiger Behinderung.

„Alle zusammenkommen! Wer keinen Ball hat, holt sich einen. Los, schneller, zack, zack!“, ruft die Trainerin der „Be Magics“, Sylvia Petrovic. Die 44-jährige Physiotherapeutin trainiert die Mannschaft seit Herbst 2010 und spielte einst selbst in der 2. Basketball-Bundesliga. Die Spieler beeilen sich, stellen sich in einem Kreis auf und dribbeln nacheinander im Wechsel. Petrovic und ihr Co-Trainer Nico Oppel fordern die geistig Behinderten, stellen knallharte Regeln auf und brüllen, wenn nötig, auch schon mal rum. „Wir trainieren mit ihnen wie mit ganz normalen Jugendlichen auch, da machen wir keinen Unterschied“, erzählt die Trainerin. Einige Spieler hätten zwar wenig Talent für den Sport, dafür seien sie aber ungeheuer hartnäckig. „Ich finde das sehr bewundernswert, dass die ,Jungs‘ ihren Erfolg an kleinen Fortschritten messen“, so Petrovic weiter.

Und auch wenn die einzelnen Fortschritte klein sind, hat sich das Team nach seiner Gründung vor knapp zwei Jahren insgesamt gesehen ungeheuer weiterentwickelt. „Ganz am Anfang herrschte einfach nur ein großes Chaos, aber so langsam beherrschen sie die wichtigsten Regeln“, so der Sozialpädagoge und Co-Trainer Nico Oppel. Das ist insofern etwas Besonderes, da vor allem Basketball für Menschen mit geistiger Behinderung alles andere als einfach ist. „Der Sport ist sehr komplex, die Auge-Hand-Koordination ist für sie sehr schwierig“, erklärt Oppel weiter. Währenddessen bilden die Spieler nach ihrem Aufwärmtraining zwei Mannschaften und spielen gegeneinander.

Eine große Motivation für die Basketballer ist das regelmäßige Training mit den „Eisbären Bremerhaven“. „Mein Lieblingsspieler bei den ,Eisbären‘ ist Torrell Martin“, erzählt der 26-jährige Sven lächelnd. Sven hat das Down-Syndrom und wohnt mit zwölf anderen zusammen in einer Wohneinheit auf dem Gelände der Friedehorst-Stiftung. Sven ist außerdem großer NBA-Fan und spielt gern Basketball auf seiner X-Box, erzählt er.

Auch der 23-jährige Patrick freut sich auf das nächste Training mit den „Eisbären“. „Ich mag Chris McNaughton, und er mag mich, wir beiden haben uns einfach gefunden“, sagt Patrick, der neben Basketball auch gerne Fußball spielt. „Das Schöne am Sport sind die Emotionen und das Mitfiebern“, so Patrick weiter, bevor er wieder auf das Spielfeld rennt und seine Mitspieler anfeuert.

Co-Trainer Oppel weiß, dass der Basketball für die Manschaft enorm wichtig ist: „Dadurch haben sie Erfolgserlebnisse und merken, dass sie ernstgenommen werden.“ Oppel und Petrovic machen ihre Trainerjobs beide ehrenamtlich, denn eine finanzielle Unterstützung erhalten die „Be Magics“ nicht. Daher freut sich die Mannschaft umso mehr über Spenden, so dass Trips wie nach München bezahlt werden können. Kontakt: Ute Stollreiter, E-Mail-Adresse stollreiter.beh@friedehorst.de, Telefon 0421/6381-42017.

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