Festakt im Rathaus

Das Fraunhofer-Institut feiert 50-jähriges Bestehen

+
Der Hauptsitz des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) nahe der Bremer Uni.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Mit 668 Mitarbeitern und 22 Abteilungen ist das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) mit Hauptsitz in Bremen eine bedeutende Institution nicht nur in Sachen Forschung, sondern auch beim Technologie- und Wissenstransfer.

Vor 50 Jahren begann seine Geschichte – klein und etwas abgelegen auf dem Gelände der ehemaligen Bremer Wollkämmerei in Blumenthal. 1968 nimmt dort die Arbeitsgruppe für Angewandte Materialforschung (AFAM), eine Ausgründung der TU Hannover, die Arbeit auf. Gründer ist der damals über 70-jährige Professor Alexander Matting gemeinsam mit seinem langjährigen Oberingenieur Hans-Dieter Steffens. 

Anfangs widmen sich 25 Mitarbeiter der Schweißtechnik mit all ihren Randgebieten. „Das war keine kleine Schrauberbude, sondern ein hochwissenschaftliches Institut mit hochqualifizierten Leuten“, sagt Martina Ohle, PR-Referentin beim IFAM. „Matting war emeritiert, wollte aber noch nicht aufhören. Eine erfahrene Arbeitsgruppe kam an den neuen Standort. Das Gebäude war allerdings klein und etwas gebraucht.“

Hightech aus dem IFAM: Diese Säge hat aufgeklebte Zähne. Unter Hitze wird der Klebstoff weich und die Zähne lassen sich wechseln.

Zunächst war das Institut nur an die Fraunhofer-Gesellschaft angelehnt, 1970 erfolgte die Eingliederung und 1974 die Aufnahme als Institut in die Fraunhofer-Gesellschaft.

In den 80ern wechselt der Fokus auf Fertigungstechnik, Oberflächentechnik, Werkstoffverhalten sowie Struktur- und Verbundwerkstoffen. Klebeverbindungen, ihre Stabilität und Alterung wecken das Interesse von Wissenschaftlern. Das zeigt sich auch im Unterricht: Erste Lehrgänge über die Technik zur Herstellung von Metall- und Holzverklebungen finden statt.

Mehr als 10.000 Menschen haben an Kursen teilgenommen

Mehr als 10.000 Menschen haben seit der Gründung des Weiterbildungszentrums für Klebtechnik 1994 an verschiedenen Kursen teilgenommen. „Wir am IFAM sind überzeugt, dass Technologien nur dann eine breite Anwendung finden, wenn wir die Menschen mitnehmen und neues Wissen teilen“, so Ohle.

In dieser Zeit entsteht auch die Pulvertechnologie, als Alternative zur Gießereitechnik wichtig, um Bauteile nahe an der gewünschten Endform herzustellen. „Das Pulver wird dabei mit einem Bindemittel verbunden. Die entstehende Viskoseform ist gut zu pressen. Danach wird der Binder ausgedampft“, sagt Ohle. „Das geht auch ganz fein und filigran bei Bauteilen in der Medizintechnik.“

Der Einzug der Verarbeitungstechnik führt 1999 zur Umbenennung des Instituts in Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM). Das Institut zieht in die Nähe der Uni.

Erfolge auf verschiedenen Feldern

Die Bremer Forscher spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Klebens geölter Bleche, einer Kerntechnologie im automobilen Rohbau. Die Bremer haben Erfolge bei elektrischen Antrieben und bei mobilen Bearbeitungsrobotern. „Ich habe mir die 50 Jahre genau angeschaut. Die Einzeltechnologien wurden entwickelt und gingen auf sicherer Grundlage immer mehr in komplexe Systeme über“, sagt Ohle. Heute kommunizieren dort entwickelte Bauteile mit gedruckten Sensoren untereinander – und auch mit Menschen.

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem E-Mobilität und die Digitalisierung im Flugzeugbau. Das IFAM ist groß geworden und hat mittlerweile Standorte in Dresden, Stade, Oldenburg und Wolfsburg. Der Standort Bremen hält aber mit über 400 Mitarbeitern den Löwenanteil der Belegschaft.

Die Geschichte des IFAM wird Mittwoch bei einem Festakt von 17 bis 18.30 Uhr in der Oberen Rathaushalle vorgestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Auf den Trümmern einer Brücke: die Bühne der Populisten

Auf den Trümmern einer Brücke: die Bühne der Populisten

Gedenken der Opfer des Gladbecker Geiseldramas in Heiligenrode

Gedenken der Opfer des Gladbecker Geiseldramas in Heiligenrode

Gladbecker Geiselnahme: Geblieben sind Schmerz und Trauer

Gladbecker Geiselnahme: Geblieben sind Schmerz und Trauer

Aufbau für jbs-Maisfeldfete und Oldie-Abend in Westeresch

Aufbau für jbs-Maisfeldfete und Oldie-Abend in Westeresch

Meistgelesene Artikel

Open Air bei Mercedes: Laue Nacht voller Chartperlen und Hits

Open Air bei Mercedes: Laue Nacht voller Chartperlen und Hits

900 Sportler starten beim „City-Triathlon“

900 Sportler starten beim „City-Triathlon“

Am Bremer „Fly over“ droht Chaos: Einwöchige B6-Sperrung ab Mittwoch

Am Bremer „Fly over“ droht Chaos: Einwöchige B6-Sperrung ab Mittwoch

Schlagerfestival „Bremen Olé“: Ein Hauch von Mallorca

Schlagerfestival „Bremen Olé“: Ein Hauch von Mallorca

Kommentare