Klaus Lages Heimspiel im Schlachthof

Und es hat „Zoom“ gemacht

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Klaus Lage beim Heimspiel im Schlachthof.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Bremen Bremen - Von Ilka Langkowski. Strahlende Gesichter, wippende Körper und drei Zugaben – so lässt sich Klaus Lages gelungener Auftritt am Donnerstagabend im Kulturzentrum Schlachthof in Kurzform bringen. Nach langer Zeit rockte er zum ersten Mal wieder an der Weser – zweieinhalb Stunden lang im klar erkennbaren Lage-Stil. Es war ein Heimspiel und es hat „Zoom“ gemacht.

Die Kesselhalle war ausverkauft und die Stimmung erwartungsvoll. Nach seinen Solo-Akustiktouren der vergangenen Jahre ist der Wahlbremer jetzt wieder mit Band unterwegs. Mit rauchiger Stimme versprach er seinem Publikum sehr alte, alte, neue und sehr neue Songs. Birgit Soltanian war mit ihren Freundinnen Birgit Schröder und Jutta Wahlers im Konzert. Alle sind schon lange Klaus-Lage-Fans. Sie hofften auf ihr erklärtes Lieblingslied. „Das mit den Gummistiefeln, mir fällt der Titel gerade nicht ein“, sagte Birgit. Nur ein Heiratsantrag des Künstlers wäre schöner, meinte Soltanian lachend. Prompt startete Lage mit den Zeilen „Ich bin wieder zu Haus, und es geht wieder los“.

Kritisch und gefühlvoll sind seine Texte. Unverbogen und authentisch zeigte sich Lage. Er thematisierte das Showgeschäft und die Religion. Er sang vom „Einzelgänger“ zu dem man wird, wenn im Leben nicht alles rund läuft, der Suche nach einem „Job für kleines Geld“ und der „Flucht vor sich selbst“. Die Band kam immer mehr in Schwung. Der Rockballade „Der Sänger“ folgten Stücke wie „Nie wieder Kind“ und „Zurück zu Dir“.

Seine Akustikstücke wie etwa „Gutes Ende“ und „Und wir hatten keine Höhle“ zeigten, dass der „Schimanski-Rocker“ begleitet von Gitarre, Akkordeon und Saxophon die feinen Töne beherrscht und den Draht zum Publikum findet. Bei „Monopoly“ war es vorbei mit „unplugged“. Die Band spielte voll auf und von den Rängen sang das Publikum begeistert mit. Der anschließende Stimmungscheck fiel positiv aus.

Sein Song „Ich bin stark“ macht mit sattem Rock‘n‘Roll auf die Unart aufmerksam, ältere Arbeitnehmer einfach auszusortieren. „Ich bin gut, ich hab‘ Kraft, ich hab Mut / in der Asche glimmt noch Glut“, röhrte der Deutschrocker. Gleich darauf schwenkte er mit „So geküsst“ zum Thema Liebe. Auch der Schimanski-Titelsong „Faust auf Faust“ durfte nicht fehlen. Das Publikum zeigte sich laut und textsicher. Und als Lage zum Ende von „1000 und eine Nacht“ das Tempo des Refrains immer höher schraubte, um es anschließend zurück in sanfte Slowmotion zu führen, hatte er wohl so gut wie alle Zuhörer gewonnen.

Klaus Lage im Bremer Schlachthof

Die forderten Zugaben und bekamen sie, unter anderem mit dem Seenotrettersong „Volle Kraft voraus“, „Bleib bei mir“ und „Zug um Zug“. Lages Texte vermitteln Zuversicht: „Kein Blick zurück, für ein ganz neues Glück“, klang es von der Bühne. Auch die beiden Birgits und Jutta waren komplett glücklich, als endlich ihr Lieblingslied „Nur Du“ gespielt wurde: „Nur Du spazierst auf Pumps durchs Gelände, nur du findest Gummistiefel schick“.

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