Klappräder zu Stracciatella

„Wallfest“ am verkaufsoffenen Sonntag

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Das Flair beim „Wallfest“ war „very british“.

Bremen - Von Jörg Esser. Überall wehen kleine und größere Union Jacks im Wind. Hier und da taucht mal ein wenig schottisches Blau-Weiß auf. Und dann sind noch junge und nicht mehr ganz junge Männer mit Falt- und Klapprädern in britischem Outfit unterwegs. Mitten in Bremen. An einem sonnigen Sonntag. „Very british“ geht es in der Straße „Am Wall“ zu. Dort wird „Wallfest“ gefeiert. Und die „German Folding Bike Open“ stehen im Mittelpunkt. Ein witziges Spektakel.

Viele Liegestühle sind aufgebaut. Und von Sekt- und Biertrinkern belegt. Greenpeace, der Versorger SWB und der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) haben Infostände aufgebaut. Ein paar Minis werden präsentiert. In blau-rot. „Very british“ schon wieder.

Eis geht immer - am besten bunt und groß

Nicht nur am Wall, in der gesamten Innenstadt und im Steintor-Viertel herrscht reges Treiben. Die Straßen sind voll. Der Sonntag ist schließlich nicht nur sonnig, sondern auch verkaufsoffen. Fünf Stunden lang. Die Einzelhändler locken die Kundschaft mit diversen Angeboten. „Sale“ geht ja irgendwie immer. Und Eis geht erst recht. „Vor allem Stracciatella“, sagt ein netter Eismann. Hans (47) aus Eydelstedt ist offensichtlich kein Trendsetter. „Drei Kugeln. Hauptsache bunt und groß“, brüllt er in die Menge. Unüberhörbar. Was soll’s. Die Stimmung ist entspannt am frühen Nachmittag. Es wird gelacht, viel gelacht. Unter anderem mit den Künstlern von „La Strada“, die auf diversen Bühnen zu sehen sind. Aus jeder Ecke ertönt Applaus. Und Jubel. Geht doch.

Die Cafés sind voll. In der Sögestraße. Auf dem Marktplatz. Sogar etwas abseits in der Knochenhauerstraße. Die ist ja jetzt teilweise auch Fußgängerzone. Wow.

Mode ist so schön subjektiv

Weiter geht’s. Hans (der aus Eydelstedt) ist inzwischen in der Obernstraße angekommen. Mit Elke, seiner Frau. Die will ihr Alter nicht sagen. „Sie ist auch nicht viel jünger als ich“, sagt Hans. Er trägt schon einige Einkaufstüten. Und wirkt langsam müde: „Noch ein Modeladen?“ Elke ist in Fahrt.

Etwa 180 Meter weiter beginnt der nächste so typische Dialog an einem verkaufsoffenen Sonntag in Bremen. „Wollen wir noch nach Karstadt hin?“ fragt die gestylte Blondine ihren Tütenträger (er trägt Sonnenbrille). Und schon kommt das Echo ungefragt von nebenan: „Zu Karstadt.“ „Was willst Du?“ „Is ja schon gut.“ Die Stimmung wird kurzzeitig aggressiver.

Es wird ja auch schon ein wenig voller in der Stadt. Viele Männer tragen kurze Hosen. Mit Sandalen. Und teils mit Socken natürlich. Aber die Zahl der Sockenträger nimmt ab. Das lässt hoffen. Mode ist sowas von subjektiv. Hans ist wieder aufgetaucht. „Du bist ja auch noch da“, sagt er und lässt seinen Blick umherschweifen. In ein üppiges Dekolletee. „Hier wird aber auch gezeigt, was Du gar nicht sehen willst.“ Und tschüss ...

Der nächste „verkaufsoffene Sonntag“ in der Bremer Innenstadt steht am 29. Oktober auf dem Programm – am Schlusstag des Freimarkts.

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