Sozialstaat ist Thema beim Bürgermahl

Der Kitt der Gesellschaft

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Eintrag ins Goldene Buch des Rathauses: Christain Weber (v.l.), Peter Masuch und Karin Jansen-Masuch. 

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Der Wohlfahrtsstaat gehört zu den Säulen eines funktionierenden Zusammenhalts in der Gesellschaft und ist keineswegs selbstverständlich. Und der soziale Rechtsstaat hat eine hohe Alzeptanz, muss sich aber stetig auch verändern. Das war die Kernaussage von Peter Masuch, Präsident des Bundessozialgerichts von 2008 bis September 2016. Er war gestern Abend Ehrengast des 14. Bürgermahls in der Oberen Rathaushalle mit etwa 180 Gästen. Er bezeichnete den Sozialstaat als „Kitt der Gesellschaft“.

Mit dem Mahl dank die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe (WKB) ihren ehrenamtlichen Unterstützern. Traditionell gab es Kükenragout, gesponsert diesmal von Arcelor-Mittal, wie Bürgerschaftspräsident Christian Weber erzählte. Weber ist auch WKB-Vorstand.

Masuch und seine Frau Karin Jansen-Masuch kehrten gestern praktisch in ihre alte Heimat zurück. Sie ist Bremerin („darauf lege ich Wert“), er kommt aus Westerstede. Kennengelernt haben sich die beiden an der Uni Bremen. Seit vielen Jahren leben sie in Kassel. Masuch trug sich ins Goldene Buch des Rathauses ein und schrieb: „Unseren sozialen Rechtsstaat gestalten – kluge Politik und Gesetzgebung, Regierungskunst sowie wirksame, unabhängige Rechtspfllege“. In seiner mit Zitaten gespickten Rede ermunterte er die Gäste, den Wert des Gemeinwesens aktiv zu vertreten. „Dann haben wir die besseren Argumente gegen Populisten“, so Masuch.

Als wichtige Förderer wurden Theodor  Overhoff und Karla Göhmann geehrt. Göhmann sammelt seit 20 Jahren in Grolland Spenden für die WKB. Overhoff hat bedürftigen Menschen zu kostenlosem Zahnersatz verholfen.

Das betont schlicht gehaltene Bürgermahl bildet den Auftakt für die Weihnachtssammlung. Ins Leben gerufen wurde die Organisation als „Volkshilfe“ nach dem Zweiten Weltkrieg von Alt-Bürgermeister Wilhelm Kaisen. Unterstützt werden mit den Spenden in diesem Jahr die Dusch- und Waschgelegenheiten für Bedürftige in der katholischen Kirche St. Johann (von der Caritas), das Café Papagei, das täglich bis zu 150 Bedürftigen mit Essen, Duschen und Wäschereinigung hilft, sowie die Seniorenbetreuung mit russischsprachigem Kulturprogramm der Jüdischen Gemeinde.

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